(Werbung) Die Welt von Arasis hat mich neugierig gemacht. Fliegende Inseln, ein violetter Nebel unter den Felsbrocken, Elementarkontrolle durch magische Gesteine – das klingt nach einer Fantasywelt mit echtem Charakter. Und das Potenzial ist zweifellos da. Nur war der Weg dorthin alles andere als bequem.
Das Buch
Marvin Bensi
Arasis – Identität
Erscheinungsdatum: 18.02.2025
ISBN: 9783711602497
novum Verlag
Worum geht’s?
Nachdem die Erde implodiert ist, haben sich aus ihren Überresten fliegende Inseln gebildet. Wo einst Meere waren, wabert nun ein unheilvoller violetter Nebel. Die Menschen haben sich angepasst – mithilfe des natürlich vorkommenden Gesteins Arasis, aus dem sie die Kraft der Elemente schöpfen können, haben sich neue Königreiche gebildet. Die Geschichte entfaltet sich aus mehreren Perspektiven und erzählt von Intrigen, Machtspielen und dem Ringen um Identität in dieser neu geformten Welt.
Meine Meinung
Beginnen wir mit dem, was wirklich funktioniert: Das Konzept der Elementarkontrolle durch Arasis-Gesteine ist eine interessante und originelle Idee. Die Grundprämisse der Welt hat eine greifbare Eigenheit, und es gibt durchaus spannende Wendungen und ein starkes zentrales Ereignis, das die Handlung vorantreibt.
Leider blieb mir der Zugang zur Welt lange verwehrt – und das aus mehreren Gründen. Zunächst der Lesekomfort: Die Schrift ist sehr klein, der Zeilenabstand eng, und die verwendete Schriftart braucht eine deutliche Eingewöhnungszeit. Ich brauchte mehrere Kapitel, bevor ich überhaupt flüssig lesen konnte. Dazu kommt das Fehlen echter Absätze – statt Leerzeilen gibt es nur Einrückungen, was besonders bei Zeitsprüngen innerhalb der Erzählung die Orientierung erheblich erschwert.
Die Struktur stellt mich vor weitere Herausforderungen. Das Buch nutzt viele verschiedene Perspektiven – was grundsätzlich interessante Einblicke in die Motivationen der Figuren erlaubt. Aber ohne klare POV-Kennzeichnung und ohne grobe Zeitangaben verliert man schnell den Überblick. Manche Ereignisse laufen parallel, andere mit Tagen Abstand – und das wird nicht ausreichend kenntlich gemacht. Hinzu kommen die Perspektivwechsel mitten in spannenden Szenen, die den Lesefluss immer wieder unterbrechen, kurz bevor eine Szene ihre volle Wirkung entfalten kann.
Was mir außerdem fehlte, sind lebhafte Umgebungsbeschreibungen. Die Welt hat viel Potenzial, aber ich konnte sie mir visuell nur schwer vorstellen – die Beschreibungen blieben hinter dem zurück, was eine so ungewöhnliche Welt verdient hätte.
Fazit
Arasis – Identität ist ein Fantasydebüt mit einer originellen Grundidee und einem spannenden Weltkonzept, das jedoch durch Layout, fehlende Orientierungshilfen und eine Fülle an Perspektiven deutlich an Zugänglichkeit verliert. Wer Fantasy mit vielen Charakteren und komplexen Strukturen mag und bereit ist, sich einzulesen, findet hier durchaus etwas. Alle anderen werden es schwer haben.