(Werbung) Wusstest du, was ich an der Buchwelt so richtig feiere? Wenn man über Schätze stolpert, die quasi direkt „um die Ecke“ entstanden sind. Stephan Steinthal kommt hier aus meiner Nähe, und da war ich natürlich mega gespannt auf sein Werk „Arena 89“. Ich hatte mich auf etwas eingestellt, das „anders“ ist – vielleicht ein bisschen düster, ein bisschen brutal. Aber wie das oft so ist mit Erwartungen: Manchmal werden sie ordentlich durchgeschüttelt.
Das Buch
Stephan Steinthal
Arena ’89 – Blut für die Quote
Erscheinungsdatum: 03.03.2026
ISBN: 9783819229725
BoD – Books on Demand

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Worum es geht
Wir landen in einer Zukunft, in der Gefühle nicht mehr nur Privatsache sind, sondern zur harten Währung werden. In der Arena 89 wird genau damit gehandelt. Reva, die Protagonistin, findet sich in einem System wieder, das gnadenlos ist. Es geht um Macht, um das Ausschlachten von Emotionen und um den Kampf in einer Welt, die scheinbar jeden Funken Menschlichkeit verloren hat. Ein System, das alles kontrolliert – und in dem man schnell unter die Räder kommt, wenn man nicht nach den Regeln spielt.
Meine Meinung & Eindrücke
Ich muss ehrlich sein: Der Grundgedanke „Gefühle sind Ware“ hat mich total neugierig gemacht. Aber bei der Umsetzung in den Arenakämpfen dachte ich mir zwischendurch: „Mensch, das ist mir jetzt doch ein bisschen zu plump.“ Ich hatte mir da irgendwie mehr Tiefgang erhofft, mehr Raffinesse.
Richtig gepackt hat mich das Buch aber dann, wenn es um das „Drumherum“ ging. Dieser Einblick in das System, die Art und Weise, wie mit Reva und ihren Angehörigen umgegangen wird… Leute, da hat sich mir echt der Magen umgedreht. 🤢 Nicht, weil es so blutig war (da hatte ich nach der Beschreibung eigentlich mit mehr gerechnet), sondern wegen der psychischen Kälte. Ich musste beim Lesen unwillkürlich Parallelen zu unserer heutigen Welt ziehen. Manchmal habe ich das Gefühl, so weit weg sind wir von solchen Zuständen gar nicht mehr. Das hat meine eigenen Gefühle ordentlich auf die Probe gestellt.
Was den Schreibstil angeht: Er ist flüssig und das Buch ist wirklich kurzweilig. Aber – und jetzt kommt mein kleiner Punkt für die Meckerecke: Die Wiederholungen! Ich weiß gar nicht, wie oft Cassian mit hinter dem Rücken verschränkten Händen am Fenster stand. Irgendwann wollte ich ihn fast anschreien: „Setz dich doch mal hin, Mensch!“ 😂
Auch der Weltenbau hätte für meinen Geschmack noch viel mehr Futter vertragen können. Wir kratzen hier leider nur an der Oberfläche. Klar, es ist der Auftakt einer Reihe, aber ein bisschen mehr „Fleisch am Knochen“ hätte der Geschichte gutgetan.
Mein Fazit
„Arena 89“ ist ein interessantes Gedankenexperiment mit einer starken, beklemmenden Atmosphäre im Hintergrund. Für mich persönlich blieb es aber – vor allem wegen der ständigen Wiederholungen und der etwas oberflächlichen Welt – hinter seinen Möglichkeiten zurück. Ein spannender Ausflug in die lokale Literaturszene, aber der Funke ist leider nicht so weit übergesprungen, dass ich die Fortsetzungen lesen möchte.