Ben und die Superdetektive: Coole Superkräfte, aber verflixt viel Logik-Schluckauf

(Werbung) Wenn ein Buch mit dem Versprechen von Detektiven, Geheimlaboren und plötzlichen Superkräften um die Ecke kommt, bin ich sofort neugierig. Das klingt nach dem perfekten Futter für junge Leseratten (und das Kind im Herzen)! Also habe ich mich voller Vorfreude in das Abenteuer von Ben und seinen Freunden gestürzt. Das Buch ist flüssig durchgelesen, hinterlässt mich am Ende aber mit einem ziemlich großen Sack voll unbeantworteter Fragen und einer gehörigen Portion Skepsis.

Das Buch

  • Autor: Anna Hartwig
  • Titel: BEN UND DIE SUPERDETEKTIVE: Die Jagd nach der verbotenen Substanz Bd. 1
  • Erscheinungsdatum: 19. April 2026
  • ISBN: 978-3982714059
  • Verlag: Rohans Verlag
Ein heller Plüschteddybär mit einer roten Jacke hält das Kinderbuch „Ben und die Superdetektive“ in den Pfoten. Das Cover zeigt eine spannende Laborszene mit drei schwebenden Kindern. Im Hintergrund ist ein blaues Kissen mit Mandala-Muster zu erkennen.
Spannung pur für junge Spürnasen: Wenn du Ben und sein Team bei ihrer gefährlichen Ermittlung im Labor begleiten möchtest, kannst du das Buch direkt beim sozialen Buchhandel Buch 7 (*Affiliate-Link) bestellen. Damit unterstützt du beim Schmökern gleichzeitig wertvolle soziale Projekte! 🌍✨

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Eindrücke / Meinung

Dabei fängt es optisch und handwerklich wirklich gut an: Die Schriftart ist angenehm groß und die Textlänge der einzelnen Abschnitte eignet sich wunderbar für die Zielgruppe. Was ich besonders mochte, ist der herrlich lockere Schreibstil – man fliegt förmlich durch die Seiten! Unterstützt wird das Ganze von wunderschönen Illustrationen, die der Geschichte ordentlich Nachdruck verleihen. Ein dickes Plus gibt es außerdem dafür, dass schwierige Wörter direkt „in-story“ erklärt werden und man nicht ständig zu einem nervigen Glossar im Anhang blättern muss.

So weit, so gut. Doch beim Lesen stolperte ich leider über ein paar Dinge, die meinen Lesefluss ziemlich ausgebremst haben. Da sind zum einen die seltsamen Formatierungen: Mitten in den Kapiteln klaffen oft riesige Lücken und Umbrüche, obwohl der Text logisch direkt zusammengehört. Das wirkt leider unrund.

ACHTUNG SPOILER!

Wenn die Logik im ungesicherten Laborbecken ertrinkt…

Viel schwerer wogen für mich jedoch die unzähligen logischen Stolpersteine in der Handlung. Ich habe mich beim Lesen quasi im Dauermodus gefragt: „Warum tun die das jetzt?!“

Ein paar Beispiele gefällig?

  • Die Sache mit dem Vater: Ben wundert sich abends, dass er seinen Vater beim Heimkommen nicht gehört hat. Die Mutter erklärt, es sei super spät gewesen – Ben kontert, er habe doch gar nicht so lange Comics gelesen. Ja was denn nun?
  • Die geheime Entführung: Welches Elternteil bitteschön weiht die zwölf- und dreizehnjährigen Freunde des Sohnes in eine echte Entführung ein? Unabhängig davon, wie sehr die Kids beteuern, schweigen zu können: Das ist eine unfassbare psychische Belastung für Kinder! Ganz zu schweigen davon, dass die Mutter die Polizei nicht einschaltet. Jeder weiß doch, dass man das immer tun sollte – selbst Polizeisprecher betonen oft genug, dass Gangster ohnehin fest davon ausgehen.
  • Das Hochsicherheitslabor: Ben soll im Auto warten (während potenzielle Entführer draußen lauern könnten!), stattdessen schleichen sich die Freunde lautlos am Wachmann vorbei. Welche Tür macht bitteschön keine Geräusche? Und der Wachmann selbst? Schlägt weder Alarm, noch bietet er dem minderjährigen Ben an, kurz im Labor anzurufen, um seiner Aufsichtspflicht nachzukommen.

Der absolute Höhepunkt der Unglaubwürdigkeit wartete dann im Labor: Dort befindet sich ein riesiges, völlig ungesichertes beckengroßes Loch im Boden, in dem das hochkarätige Serum schwimmt. In der Realität der Forschung wäre das ein absolutes No-Go wegen akuter Verunreinigungsgefahr! Aber natürlich plumpsen die Kinder hinein. Dass sie danach verheimlichen, etwas verschluckt zu haben, ist das eine – aber dass die Mutter (eine Wissenschaftlerin!) sie nicht sofort ins Krankenhaus bringt, verstehe ich nicht. Viele Wirkstoffe werden schließlich auch rasant über die Haut aufgenommen, wie mir neulich erst eine Pflegefachkraft bestätigte.

Abgeklärte Kids und ein offenes Ende

Mutig (oder eher leichtsinnig) geworden durch ihre neuen Kräfte, arrangieren die Kids die Übergabe mit den Entführern in einem Vergnügungspark. Dass das schiefgeht, war vorprogrammiert – vielleicht haben die drei einfach zu viele Serien geschaut, in denen Verbrecherjagen kinderleicht wirkt. Prompt landen sie in der Falle, befreien sich aber dank eines Multitools so emotionsfrei und ohne zitternde Hände, als würden sie täglich Gangster jagen. Mir fehlte hier einfach die echte, menschliche Tiefe. Die Charaktere wirken seltsam unberührt von der dramatischen Situation.

Am Ende bleibt ein riesiges Fragezeichen: Warum wirkt das Serum bei jedem anders? Wo ist Bösewicht Lutz hin und warum nutzt er seine Kräfte nicht lieber selbst, statt die Formel zu verkaufen? Vielleicht gibt Band 2 darauf Antworten.

Mein Fazit

Richtig klasse sind die Rätselfragen nach jedem Kapitel samt Auflösung am Ende des Buches! Sie helfen Kindern super, das Gelesene zu verstehen und zu vertiefen. Insgesamt ist mir die Geschichte aber viel zu konstruiert und unglaubwürdig. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Kurzgeschichte, die „mal eben schnell“ hingeschrieben wurde, ohne den Figuren echte Emotionen einzuhauchen. Wer über Logiklöcher hinwegsehen kann, bekommt ein schnelles Abenteuer – für mich war es leider etwas zu viel Schluckauf in der Handlung.

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