Der Buntivschrank – wie aus einem alten Kleiderschrank ein echtes OHZ-Herzensprojekt wurde
(Werbung wegen Nennung eigener Produkte)
Es gibt Projekte, die beginnen ganz leise.
Mit einer Idee. Einem Gedanken.
Oder — wie in meinem Fall — mit einem Umzug nach O-Town.
Falls du dich fragst: „Was ist eigentlich O-Town?“
Das ist meine liebevolle Bezeichnung für Osterholz-Scharmbeck (OHZ), meine Wahlheimat.
(Die ganze Geschichte dazu findest du HIER.)
Aber zurück zum Anfang.
Denn der Buntivschrank stand nicht einfach plötzlich da.
Der ist nicht fertig gekauft worden.
Er ist entstanden. Schritt für Schritt.
Mit Schleifstaub, Schweiß, nachhaltiger Farbe und sehr viel norddeutschem Durchhaltevermögen.
Und jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster schaue und ihn sehe, leuchtet mein Herz ein bisschen mit. 💜
Wie alles begann – eine Idee, ein alter Schrank und ein Wanderweg
Die Idee gab’s schon länger.
Eine Kollegin sagte einmal:
„Wenn ich hier wohnen würde, ich würd SOFORT was aufstellen. Das ist DER Platz!“
Recht hatte sie.
Hier in Osterholz-Scharmbeck fahren täglich Menschen vorbei:
- Familien
- Spaziergänger*innen
- Hundemenschen
- Radfahrer*innen
- Tourist*innen
Und alle laufen durch diese wunderschöne Natur — aber es gab keinen Ort, an dem man spontan ein Souvenir aus OHZ mitnehmen konnte.
Nur einen alten, ziemlich „charaktervollen“ Kartoffel- und Eierstand.
Der war durch.
Es musste etwas Neues her.
Nach etwas Überzeugungsarbeit kam das entscheidende Ja meines Vermieters.
Und damit der Startschuss für ein Projekt, das mein Leben bunter machen würde.

Der Zufall bringt manchmal… einen Kleiderschrank
Neukauf? Teuer.
Selbst bauen? Noch teurer.
Second-Hand? Nüscht gefunden.
Und dann kam Rons Cousin.
Der hatte einen alten Vollholz-Kleiderschrank, der nicht mit in die Schweiz ziehen durfte.
Geschenkt. Gerettet. Jackpot!
Vielleicht nicht schön – aber voller Potenzial.
Und ich sah es.

Schleifen, schwitzen, schimpfen – und plötzlich staunen
Der Schrank kam in Einzelteilen.
In den zweiten Stock.
Ich sag’s, wie es ist: Das war ein Paar-Workout, für das man normalerweise Beiträge schreibt. 😂
Dann begann das große Schleifen:
Staub, Muskelkater, Katzen, die skeptisch gucken.
Tage. Wirklich Tage.
Dann die große Frage: Welche Farbe wird’s?
Ich wollte:
- nachhaltig
- natürlich
- fröhlich
- passend zur Umgebung
Die Antwort: Lavendel.
Harmonisch, sichtbar, freundlich.
Zwei Schichten Farbe.
Klarlack on top.
Schubladen? Bunt. Weil die Welt bunter werden muss.


Der große Samstag – oder: „Mal eben schnell“ existiert nicht
Wir dachten:
„Vormittag, zack, aufgebaut.“
Ja nee. 🙃
Start 7:00.
Ende 17:00.
Dazwischen:
- Schrauben
- Pflastern
- Silikon
- Nachbarn, die neugierig gucken
- XXL-Handmalerei für mein Gedankenteiler-Logo
- Wasser. Viel Wasser.
Aber abends stand er. Und er leuchtete — ohne Licht, nur durch Stolz.
Schwiegermutter umarmt mich.
Schwiegervater sagt: „Joa, sieht gut aus.“
Mehr Kompliment geht nicht.


Dach, Licht, Nachhaltigkeit – der Schrank wächst weiter
Mit dem Herbst kam die Dunkelheit.
Innen war’s zu duster.
Wir fanden Akkulampen mit Bewegungsmelder – wiederaufladbar mit unserem PV-Strom.
Nachhaltiger geht’s nicht.
Dann ein transparentes Dach:
hell, leicht, schützend.
Die Baumarkt-Autolade-Aktion war Comedy pur – aber es hat funktioniert.

Das erste Einräumen – und der Moment, in dem der Schrank lebendig wurde
Zuerst kamen die kleinen, feinen Dinge:
- Holz-Souvenirs
- Körbchen
- Haken
- bunte Einlegeböden
Es fühlte sich noch nicht „fertig“ an — aber lebendig.
Und das war der Anfang.
Mit jeder Jahreszeit verändert sich der Schrank:
Herbstlich.
Winterlich.
Im Frühjahr wird’s wieder anders.
Ein Besuch lohnt sich immer.

Was in den Buntivschrank darf – und was nicht
✔ Darf hinein:
- handgemachte Unikate
- nachhaltige Produkte
- Upcycling-Werke
- FSC-Holz
- Kerzen, Lichtgläser, Kleinigkeiten
- saisonale Überraschungen
✘ Kommt NICHT hinein:
- Feuchtempfindliches
- Massenware
Weil: Qualität statt Quantität.
Und weil alles ein Unikat bleibt.
Der Standort – mitten in Osterholz-Scharmbeck
Adresse:
Im Grünnen 15, 27711 Osterholz-Scharmbeck
Hier kannst du problemlos parken:
Auto, Fahrrad, Kinderwagen — sogar Trecker hatten wir schon. 😄

Wie der Buntivschrank funktioniert
- 24/7 geöffnet
- Vertrauenskasse
- PayPal via QR-Code
- Beleuchtung innen
- sichtgeschützt & sicher
- regelmäßige Kontrolle und Pflege
- im Sommer: Hundewasser mit Deckel zum Schutz
Einfach Tür auf, stöbern, einpacken, zahlen, freuen.
Wie Menschen reagieren
Kinder kämpfen darum, wer die Tür öffnen darf.
Erwachsene beugen sich neugierig über jede Schublade.
Viele sagen:
„Wie liebevoll!“
„So schön gemacht!“
„Endlich etwas für kleine Geschenke!“
Einige kommen regelmäßig wieder.
Manche bringen Feedback mit.
Alles kleine Glücksmomente.
Nachhaltigkeit – der rote Faden im ganzen Projekt
- Upcycling-Schrank statt Neukauf
- ökologische Farben
- Holzreste für Böden
- Akkulampen statt Batterien
- Solarstrom
- FSC-zertifizierte Materialien
- recycelte Verpackung
- regionale Nutzung statt Versand
- saisonale Planung statt Überproduktion
Ein rundes Konzept — für mich und für OHZ.

Und jetzt? Wird’s noch bunter!
Für Frühjahr/Sommer 2026 hab ich schon Ideen.
Viele.
Einige verrückte.
Einige schöne.
Alle geheim. 😄
Wünsche? Immer her damit!
Ich liebe Inspiration.
Mein Herzfazit
War’s anstrengend?
Jep.
Hat’s gedauert?
Oh ja.
Hab ich zwischendurch geflucht?
Mehr als einmal.
Aber — und das ist das Wichtigste:
Ich hatte Unterstützung.
Ich hab gelernt.
Ich bin stolz.
Ich bin glücklich.
Und der Buntivschrank ist nicht einfach nur ein Schrank.
Er ist ein Stück Osterholz-Scharmbeck.
Ein Stück Gedankenteiler.
Ein Stück von mir.
Und vielleicht… eines Tages auch ein kleines Stück von dir. 💜
