(Werbung) Es gibt Bücher, bei denen funkt es ab der ersten Seite, und es gibt Bücher, die von Anfang an einen schweren Stand haben. Zu Letzteren gehörte für mich leider „Juli Gold – Wächterin der Zeit“ von Christine Weißenborn. Ich durfte das Buch im Rahmen einer Buchverlosung auf LovelyBooks kennenlernen. Und ich muss ehrlich sagen: Hätte ich es dort nicht gewonnen, ich hätte es aufgrund des Covers vermutlich niemals in die Hand genommen. Meine Reise mit Juli Gold war leider von der ersten bis zur letzten Seite ein echter Krampf, bei dem ich mich mehr als einmal fragen musste, ob die Geschichte überhaupt noch an Fahrt aufnimmt.
Das Buch
- Autorin: Christine Weißenborn
- Titel: Juli Gold – Wächterin der Zeit
- Erscheinungsdatum: 28. Mai 2026
- ISBN: 978-3957289865
- Verlag: Knesebeck Verlag

Worum geht es in „Juli Gold“?
Die Geschichte dreht sich um das Teenager-Mädchen Juli Gold, die unverhofft in ein fantastisches Abenteuer hineingezogen wird. Die Handlung bewegt sich irgendwo zwischen den Genres Multiversum und Zeitreise – grob zusammengefasst könnte man sagen: Zeitreise mit einem Zelt. Juli muss sich in einer völlig neuen Realität zurechtfinden, Geheimnisse lüften und lernt dabei verschiedene Charaktere kennen, die sie auf ihrem ungewöhnlichen Weg begleiten sollen.
Mein erster Eindruck: Ein Cover, das mich abschreckt
Der erste optische Eindruck war für mich leider ein totaler Reinfall. Ich finde das Cover unheimlich merkwürdig gestaltet. Besonders die Lippen des abgebildeten Mädchens und ihre gesamten Gesichtszüge wirken auf mich einfach komplett falsch proportioniert. Sie sieht für mich auch überhaupt nicht aus wie ein Teenager-Mädchen. Ob das nun von Hand gemalt oder anders erstellt wurde – mein Geschmack ist es absolut nicht und die Gestaltung lädt mich leider gar nicht zum Schmökern ein.
Der Inhalt: Zäher Schreibstil und flache Charaktere
Leider setzte sich dieser holprige Start auch beim Lesen fort. Ich hatte massive Probleme, überhaupt in die Geschichte hineinzukommen. Ich habe das Buch mehrmals wieder ganz von vorne angefangen und es frustriert beiseitegelegt, weil mich der Schreibstil so gar nicht abholen konnte. Es fühlte sich beim Lesen leider wie ein ständiger Kampf an, mich durch die Zeilen zu arbeiten.
Ein Hauptgrund dafür war, dass ich mit den Charakteren bis zum Schluss überhaupt nicht warmgeworden bin. Sie sind zwar alle ganz „okay“, aber ihnen fehlt jegliche Tiefe. Es wirkt fast so, als hätten die Figuren überhaupt keine Background-Story spendiert bekommen; sie bleiben ungreifbar und sehr, sehr oberflächlich. Was ich besonders schade finde: Im Laufe der gesamten Handlung findet keinerlei spürbare Charakterentwicklung statt. Die Figuren lernen nichts dazu, sie verändern sich nicht durch die Erlebnisse – sie bleiben starr.
Eine Handlung ohne Konsequenzen und Spannung
Auch die Logik der Handlung ließ für mich an vielen Stellen zu wünschen übrig. Oftmals passte das, was die Figuren getan haben, überhaupt nicht zu dem, was danach passierte. Mir fehlten hier einfach die logischen Konsequenzen innerhalb der Story. Wenn eine Aktion ausgeführt wird, muss das die Welt oder die Situation verändern – hier verpuffte vieles einfach im Nichts.
Hinzu kommt der extrem langatmige Aufbau. Ich musste tatsächlich über die Hälfte des Buches lesen, bis endlich mal etwas Aufregendes oder Interessantes passiert ist! Bis dahin verliert sich die Autorin in unzähligen Beschreibungen. Generell ist ein bildhafter, beschreibender Stil ja nichts Schlechtes, aber wenn er so schwafelig eingesetzt wird, dass die eigentliche Spannung komplett auf der Strecke bleibt, verliert man als lesende Person irgendwann die Lust. Ich habe mich zwischendurch wirklich gefragt: „Boah, kommt da überhaupt noch mal irgendwas?“
Mein Fazit: Für wen lohnt sich das Buch?
Für mich war „Juli Gold – Wächterin der Zeit“ leider ein absoluter Fehlgriff. Wer ausschweifende, sehr ruhige Beschreibungen mag und keine großen Ansprüche an die Charaktertiefe oder an ein hohes Tempo stellt, findet hier vielleicht ein nettes, seichtes Multiversums-Abenteuer für zwischendurch. Wer jedoch eine packende, logisch stringente Fantasy-Geschichte mit lebendigen Figuren sucht, wird hier enttäuscht werden.