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Ein gelungener Reihenauftakt mit kleinen Schwächen und viel Potenzial
Wer Krimis liebt und dabei gerne auch junge Spürnasen begleitet, wird mit der CLUE-Reihe von Jørn Lier Horst sicher seine Freude haben. Der Auftaktband „Schiffbruch vor der Felseninsel“ lässt keine Zeit für langatmige Einleitungen – ein Punkt, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Es geht direkt los, was gerade bei Kinder- und Jugendbüchern wichtig ist, um die Aufmerksamkeit gleich zu fesseln.
Das Buch
Jørn Lier Horst
CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel
Erscheinungsdatum: 13.11.2025
ISBN: 9783751205993
Verlag Friedrich Oetinger GmbH

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Doch worum geht es eigentlich in diesem spannenden ersten Fall?
Worum geht’s in „CLUE – Schiffbruch vor der Felseninsel“?
Die Hauptfiguren Cecilia, Une und Leo leben in einem kleinen norwegischen Küstenort. Cecilia wohnt mit ihrem Vater, dem Besitzer einer kleinen Pension, direkt am Wasser. Une ist die Tochter einer Kapitänin – und bringt entsprechend nautisches Know-how mit –, während Leo als Sohn eines Polizisten seine ganz eigene Sicht auf Recht und Ordnung einbringt. Gemeinsam bilden sie das CLUE-Team (eine Abkürzung aus ihren Anfangsbuchstaben), das sich neugierig und mutig in ein spannendes Abenteuer stürzt.
Als ein Boot strandet und ein seltsamer Zwischenfall für Aufregung sorgt, beginnt für die drei ein Sommer voller Fragen: War es wirklich nur ein Unfall? Warum verhält sich manch ein Erwachsener so merkwürdig? Und was hat es mit dem mysteriösen Mann auf sich, der plötzlich im Ort auftaucht? 🔍
Meine Eindrücke beim Lesen: Zwischen Spannung und Stirnrunzeln
Was mir besonders positiv aufgefallen ist:
- Direkter Einstieg ohne viel Geplänkel. Genau mein Ding. Keine ewig langen Beschreibungen, sondern direkt mitten rein ins Geschehen.
- Leo entschuldigt sich. Gerade bei Kinderbüchern finde ich es enorm wichtig, dass auch soziale Kompetenzen vermittelt werden. Dass er seinen Fehler einsieht und sich entschuldigt, ist ein starkes Signal. 👍
- Cecilias Wand der Erinnerung. Das hat mich tief berührt. Ich musste schmunzeln, weil ich das so gut nachvollziehen kann. Als mein Vater starb, habe ich auch alles gesammelt, was mit Krebs zu tun hatte – damals noch mühsam aus Zeitungen, denn es war noch vor der Internet-Zeit. 🕰️
- Die Karte im Buch ist ein schönes Extra. Zwar habe ich sie erst spät entdeckt, aber sie hilft, sich besser zurechtzufinden – sicher noch nützlich für spätere Bände!
Aber ganz ohne Kritik geht’s natürlich auch nicht:
- Une – wer bist du eigentlich? Ich war anfangs total irritiert. Ist das der Hund? Der Vater? Das Boot? 😅 Erst später wurde klar, wer Une wirklich ist.
- Egon, der Hund, bellt einen Menschen an, der weit weg steht. Das wirkte auf mich unlogisch und ein bisschen konstruiert.
- Zugriff auf Gästelisten & Drucker-Aktion. Dass Kinder einfach so Gästelisten durchstöbern und sie dann auch noch ausdrucken – uff. Ich hoffe ehrlich, dass Celine dafür noch ein wenig Ärger kassiert. Das geht eigentlich nicht.
- Arthur lernt plötzlich Wörter – und dann noch die vom Boot? Das war mir zu viel Zufall. Ein bisschen zu konstruiert für meinen Geschmack.
- Unglaubwürdige Szenen bei schlechtem Wetter. Dass Une bei Unwetter rausfährt, obwohl sie sich mit Seefahrt gut auskennt, finde ich nicht nachvollziehbar. Schwimmwesten hin oder her – das war gefährlich und hätte nicht sein müssen.
Was mir wiederum gefallen hat:
Die philosophischen Fragen, die zum Ende hin aufkommen – etwa ob es okay ist, etwas moralisch Fragwürdiges zu tun, um Schlimmeres zu verhindern – fand ich richtig gut. Gerade für junge Leser*innen ist das eine tolle Möglichkeit, über Werte und Entscheidungen nachzudenken. 🙏
Fazit: Spannender Auftakt mit Luft nach oben
„CLUE – Schiffbruch vor der Felseninsel“ ist ein gelungener Start in eine spannende Krimireihe für junge Leserinnen und Leser ab etwa 10 Jahren. Die Hauptfiguren sind sympathisch und vielfältig, die Handlung bietet Spannung, ein paar kleinere Überraschungen und regt auch zum Nachdenken an.
Allerdings leidet die Glaubwürdigkeit stellenweise unter zu viel Zufall und ein bisschen zu viel „Kinder dürfen alles“. Einige Szenen wirken überzogen – und das abrupt wirkende Ende hätte ein paar Seiten mehr gut vertragen. Trotzdem: Ich bin neugierig, wie es mit dem CLUE-Team weitergeht und bleibe dran. 📖✨
Wer junge Detektive mit Ecken und Kanten mag, Norwegen liebt und ein bisschen Retro-Krimifeeling sucht, ist hier genau richtig. Ich empfehle das Buch besonders für:
- kleine Spürnasen 🕵️♀️
- neugierige Leser*innen, die gerne miträtseln
- Familien, die über Ethik und Gerechtigkeit sprechen wollen
- alle, die (wie ich) den Geruch von Abenteuer und Salzwasser mögen 🌊