Vergangenes Leid und dunkle Geheimnisse

(Werbung) Manche Bücher lassen dich nicht los, weil sie nicht nur spannend erzählt sind, sondern weil sie dich innerlich aufwühlen. „Das Forsthaus“ von Marika Neitz ist so ein Buch. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen – und wurde sofort in zwei Zeitebenen hineingezogen, die mich emotional stark berührt haben.

Gleichzeitig war da ein Thema, das mich persönlich triggert – Gewalt gegen Frauen und Kinder. Vielleicht gerade deswegen konnte ich viele Szenen so intensiv nachempfinden.

Das Buch

Marika Neitz
Das Forsthaus

Erscheinungsdatum: 11.11.2025
ISBN: 9783987500855
Saga Egmont Bücher

Buchcover von „Das Forsthaus“ von Marika Neitz: ein einsam gelegenes Haus im Wald, erleuchtete Fenster in dunkler, nebliger Umgebung, atmosphärisches Cover eines Kriminalromans.
Ein abgelegenes Haus, Dunkelheit zwischen den Bäumen – und das ungute Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt.
„Das Forsthaus“ lebt von Atmosphäre, Spannung und der Frage, wem man wirklich trauen kann, wenn es still wird im Wald.
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Worum geht’s?

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Flora in der Gegenwart und Katharina in der Vergangenheit. Beide verbindet nicht nur das titelgebende Forsthaus, sondern auch ihre ganz eigene Geschichte voller Schmerz, Fragen und (fehlender) Selbstbestimmung.

Flora stößt durch Zufall auf ein altes Tagebuch, das Stück für Stück das Leben von Katharina offenbart – und bringt damit auch ihre eigene Geschichte ins Wanken. Was als Neugier beginnt, entwickelt sich zu einer Suche nach Antworten – in Vergangenheit und Gegenwart.

Meine Eindrücke

Ich habe von Anfang an gut in die Handlung gefunden, auch wenn Floras Geschichte bei mir einiges hochgeholt hat. Vielleicht gerade deshalb fühlte es sich stellenweise erschreckend authentisch an – auch wenn es eine andere Zeit war, die Strukturen, das Machtgefälle und die emotionale Abhängigkeit sind leider auch heute noch erkennbar.

Katharina hat mich beeindruckt. Ihre Entwicklung zu beobachten, hat mir viel Freude gemacht – auch wenn es natürlich keine leichte Geschichte ist. Ganz anders ging es mir mit Flora: Sie blieb für mich trotz allem etwas blass, ich konnte keine echte Verbindung zu ihr aufbauen.

Die Beziehung zu Phillip ist so ein Fall, bei dem ich hin- und hergerissen war. Ich habe mich immer wieder gefragt: Was weiß er wirklich? Und warum verhält er sich so? Dass er ohne Absprache renoviert oder Entscheidungen über Katharinas Kopf hinweg trifft, hat mich genervt – leider aber auch nicht überrascht. Diese „Männer-bestimmen-alles“-Mentalität kenne ich selbst noch aus der Verwandtschaft. Schön? Nein. Realistisch? Ja.

Richtig gut gelungen fand ich das Rätsel um den „Engelmacher“. Ich war mehrmals überzeugt zu wissen, wer dahintersteckt – nur um dann wieder an meiner Theorie zu zweifeln. Ich liebe es, wenn ein Buch mich so miträtseln lässt!

Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, war der Umzug Phillips wegen „nur“ einer Affäre. Das erschien mir nicht plausibel – es hätte mehr Tiefe gebraucht, etwa echte Gefühle oder eine Trennung, um diese Entscheidung wirklich greifbar zu machen.

Insgesamt war die Geschichte aber voller Wendungen, emotional dicht und sehr gut erzählt. Einzig das Ende empfand ich als etwas überladen – für meinen Geschmack hätte es ruhig mit dem Satz „Ich erinnere mich.“ enden dürfen. Der Rückblick danach war mir fast zu viel des Guten.

Fazit

„Das Forsthaus“ ist ein vielschichtiger, teilweise sehr harter Roman, der mit psychischer und physischer Gewalt nicht spart – aber gerade deshalb wichtig ist. Die Geschichte ist spannend, emotional und regt zum Nachdenken an.

Ein Roman, den man nicht einfach wegliest, sondern der einem unter die Haut geht – mit starken Momenten, wunden Punkten und einer Heldin, die wächst.

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