Demokratie ist kein Sofa – und Rosa Parks hat mir das beigebracht

Man kann Demokratie mögen wie ein altes Lied. Man kennt den Refrain, summt ihn mit, fühlt sich irgendwie sicher damit. Und dann – zack – kommt so ein Moment, in dem man merkt: Mist. Dieses Lied läuft nur, wenn Menschen es immer wieder neu anstimmen.

Für mich hat diese Erkenntnis ein Gesicht.
Ein Vorbild.
Eine Frau, die ich nicht nur bewundere, sondern feiere: Rosa Parks.

Und nein, das ist keine flüchtige Insta-Bewunderung à la „Wow, starke Frau! 💪“.
Ich meine das ernst. So richtig. Mit Gänsehaut, Respekt und stillem Kopfnicken. Rosa Parks zeigt mir (und hoffentlich auch dir), dass Demokratie keine bequeme Couch ist. Sie ist eher wie ein Stuhl in der hintersten Ecke des Busses – und manchmal bleibt man genau da sitzen, weil Aufstehen bedeuten würde, etwas falsch zu machen.

Rosa Parks: Mut, der nicht schreit

Rosa Parks hat nicht mit Megafon Geschichte geschrieben. Sie hat sich einfach nicht bewegt. Kein Drama, keine Kamera, kein großes Spektakel. Nur ein stilles, unbeirrbares:
„Nein.“

Und genau das hat mich umgehauen.
Weil ich gemerkt hab: Mut muss nicht laut sein. Er muss nur echt sein.
Und echt war dieser Moment auf allen Ebenen. Das war nicht „Ich will berühmt werden“-Mut. Sondern „Ich kann nicht mehr mitspielen“-Mut. „Das ist falsch und ich mache mich nicht länger kleiner, nur damit andere es bequemer haben“-Mut.

Boah.
Wie oft machen wir genau das Gegenteil, oder?
Machen’s anderen recht. Halten die Klappe. Denken: „Ach komm, bringt ja eh nix.“
Aber Rosa Parks zeigt: Doch, bringt was. Vielleicht nicht sofort. Vielleicht nicht laut. Aber es bewegt was.

Was Demokratie für mich bedeutet (Spoiler: mehr als ein Wahlzettel)

Klar, ich gehe wählen. (Schon allein wegen der Aufkleber. 😅)
Aber Demokratie ist für mich so viel mehr als Kreuzchen machen und dann wieder zurück in den Alltag trudeln. Für mich heißt Demokratie:

  • Dass ich meine Meinung sagen darf, ohne Angst haben zu müssen.
  • Dass ich für etwas einstehen darf, auch wenn es unbequem ist.
  • Dass ich anderen zuhören kann – und trotzdem bei mir bleibe.
  • Dass ich helfen darf, Dinge gerechter zu machen.
  • Und ja, auch: Dass ich nerven darf, wenn’s nötig ist. 😎

Demokratie ist wie ein Garten (und ich mein das nicht nur, weil mein Teich voller Goldfische ein bisschen rebellisch ist 🐟):
Wenn man sich nicht drum kümmert, wuchert da ganz schnell Zeug, das man da gar nicht haben will.

Und wo sind eigentlich all die Frauen in den Geschichtsbüchern?

Hand aufs Herz: Wenn wir an „große politische Namen“ denken – wie viele Frauen fallen dir spontan ein? (Nein, Angela Merkel zählt nur halb. 😉)
Und das liegt nicht daran, dass Frauen nichts getan hätten. Sondern daran, dass sie oft einfach aus den Erzählungen rausgeschnitten wurden. Wie die schlechte Belichtung bei einem Gruppenfoto.

Dabei haben Frauen so viel bewegt:

  • Wahlrecht
  • Bürgerrechte
  • Bildungszugang
  • Gleichstellung
  • Schutz vor Gewalt
  • … und und und.

Vieles davon wirkt heute selbstverständlich. Ist es aber nicht.
Es ist das Ergebnis von Menschen (ja, auch von Frauen!), die gesagt haben: „Nicht mit mir.“
Und manchmal beginnt Geschichte eben nicht mit einer großen Rede, sondern mit einem einzigen Satz:
„Nein.“
Oder:
„Ich bleibe sitzen.“

Warum ich das hier überhaupt schreibe (und nicht einfach bastelnd in meiner Werkstatt sitze)

Ganz ehrlich: Ich hätte es mir auch einfach machen können. Katze streicheln, Tee trinken, bisschen kreativ werkeln, Posts vorbereiten. Aber ich finde: Wenn uns jemand inspiriert, sollten wir darüber sprechen.
Und Rosa Parks tut das bei mir – jedes Mal aufs Neue.

Deshalb gibt’s passend zum Datum auf Instagram eine kleine ArtCollab von mir:
Wir zeichnen, malen oder illustrieren Frauen, die Demokratie und Teilhabe geprägt haben – um ihnen ein bisschen von der Sichtbarkeit zurückzugeben, die ihnen zusteht.

Wenn du mitmachen oder einfach mitgucken willst:
📲 @gedankenteiler_roswitha_boehm


Dort gibt’s den Aufruf, die Namensliste – und bald auch die ersten Beiträge.

Kunst ist auch Haltung

Ich weiß, das klingt jetzt fast schon pathetisch – aber hey: Kunst kann erinnern.
Kunst kann laut oder leise sein.
Kunst kann Mut machen, zum Nachdenken anregen oder einfach nur ein Herz berühren.
Und wenn ich mit meiner Kunst (oder meinen Worten) auch nur einen Menschen daran erinnere, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist – dann ist das für mich mehr als genug.

Vielleicht retten wir damit nicht die Welt.
Aber vielleicht machen wir sie ein kleines bisschen bunter.
Und hey, manchmal reicht genau das, um den Refrain wieder hörbar zu machen.

🎶💛

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