Der Papa-Rückhol-Plan: Kritische Botschaft im Kinderbuch

(Werbung) Ich verstehe Clara und ihren kleinen Bruder Juli von Herzen. Wenn die Eltern nicht mehr zusammenleben, wäre es natürlich viel toller, wenn Papa einfach wieder nach Hause käme. Und das trotzige „Wir finden einfach alles doof, damit Papa zurückkommt“ ist herrlich kindgerecht – genau so, wie Kinder in diesem Alter denken und fühlen. Soweit, so charmant. Und dann kam die Seite mit dem Schuppendach. In dieser Rezension zu „Der Papa-Rückhol-Plan“ erfährst du, warum das Buch trotz guter Grundidee scheitert.

Das Buch

  • Autorin: Magdalena Huppertz
  • Titel: Der Papa-Rückhol-Plan
  • Erscheinungsdatum: 2026
  • ISBN: 9783757102166
  • Verlag: rotfuchs
Foto auf Gedankenteiler.de: Blog-Katze Aronia, eine schwarz-weiße Katze, liegt auf einem hellen Teppich und blickt neugierig in das aufgestellte Buch „Der Papa-Rückhol-Plan“.
Gedankenteiler-Katze Aronia wirft heute einen ganz besonders kritischen Blick in „Der Papa-Rückhol-Plan“. Wer das Buch trotz der Kritik selbst unter die Lupe nehmen möchte, findet es beim sozialen Buchhandel, wie Buch7.

Worum geht’s?

Nach der Trennung ihrer Eltern leben Clara und ihr kleiner Bruder Juli bei der Mama. Als sie ihren Vater besuchen, ist dort plötzlich alles anders – und wird von den Geschwistern kurzerhand für absolut „doof“ erklärt. Vom Frühstück bis zum Bett passt ihnen gar nichts. Die beiden schmieden einen Plan: Wenn sie Papa das Leben nur schwer genug machen, kommt er bestimmt wieder nach Hause. Während die beiden versuchen, ihren „Papa-Rückhol-Plan“ in die Tat umzusetzen, läuft ihnen auch noch eine Katze zu, die sie kurzerhand einfach behalten wollen.

Meine Meinung

Die Grundidee hat viel Potenzial, und der emotionale Kern – Kinder, die mit der Trennung ihrer Eltern hadern – ist wichtig und richtig. Dass Papa nicht doof ist, sondern eben nur anders lebt, klingt zwar zwischen den Zeilen durch, hätte aber deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Was mich beim Lesen von „Der Papa-Rückhol-Plan“ allerdings wirklich gestört hat, sind zwei konkrete Schlüsselszenen, die ich als Rezensentin nicht einfach übergehen kann:

  • Gefährliche Kletteraktion: Die Kinder klettern unbemerkt aus dem Fenster über ein Schuppendach. Das Ganze wird völlig unkommentiert und ohne jegliche Konsequenzen dargestellt. Niemand warnt vor der Gefahr. Ich gehöre selbst noch zu der Generation, die auf Bäume geklettert ist. Aber ein Dach – erst recht bei einem Mehrparteienhaus – ist kein Spielplatz. Basta.
  • Katzen-Diebstahl als Happy End: Eine fremde Katze schleicht ums Haus, wird gefüttert und einfach behalten. Da das Tier auf den Illustrationen gut genährt und gepflegt aussieht, ist es ganz offensichtlich kein Streuner. Irgendwo vermisst jemand schmerzlich sein Haustier. Eine verantwortungsvolle, kindgerechte Botschaft im Buch wäre gewesen, den Besitzer zu suchen. Stattdessen lernen junge Leser hier: Einfach behalten.

Für ein so kurzes Kinderbuch ist das eine besorgniserregend hohe Dichte an problematischen Vorbildern. Hinzu kommt ein logischer Fehler in den Bildern: Die Katze ist auf fast jeder Seite in den Illustrationen im Zimmer zu sehen, obwohl sie laut Text eigentlich draußen sein müsste. Das wirkt handwerklich unfertig.

Fazit

Der Papa-Rückhol-Plan bietet einen sympathischen Grundansatz für ein sensibles und wichtiges Thema. Leider normalisiert die Geschichte nebenbei Verhaltensweisen, die Kinder definitiv nicht als Vorbild brauchen. Ich kann dieses Kinderbuch daher leider nicht empfehlen.

Wie siehst du das? Achtest du bei Bilderbüchern streng auf solche Details und die Vorbildfunktion der Charaktere, oder drückst du da auch mal ein Auge zu? Schreib mir deine Meinung unbedingt unten in die Kommentare!

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