Die verrückteste Mondrakete der Welt: Wichtige Message im logischen Sturzflug

Wenn ein Kinderbuch ab 4 Jahren das Thema Mülltrennung und Umweltschutz anpackt und das Ganze noch mit einer Prise Weltraumabenteuer würzt, bin ich eigentlich sofort an Bord. Umweltschutz fängt schließlich im Kleinen an! Die verrückteste Mondrakete der Welt hat mich beim ersten Durchblättern auch direkt neugierig gemacht. Doch nach dem Lesen muss ich ehrlich sagen: Die Rakete hebt zwar ab, stürzt aber in Sachen Logik komplett ab.

Das Buch

  • Autorin: Magdalena Huppertz
  • Titel: Die verrückteste Mondrakete der Welt
  • Erscheinungsdatum: 24.06.2026
  • ISBN: 9783737373661
  • Verlag: Fischer Sauerländer
Ein heller Plüschteddybär mit einer roten Jacke und einer Schleife hält das großformatige Kinderbuch „Die verrückteste Mondrakete der Welt“ von Sven-Maria Schröder in den Pfoten. Das dunkelblaue Cover zeigt eine detailreiche, bunte Rakete im Weltall.
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Worum geht es in „Die verrückteste Mondrakete der Welt“?

Das Buch kommt in einem wunderbar großen Format daher, was ich absolut liebe. Es gibt hier unheimlich viel zu entdecken, denn der Inhalt bietet eine richtig gute Mischung aus extrem vielen Bildern und angenehm wenig Text – perfekt eigentlich für die Zielgruppe.

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich schön: Es geht darum, Müll zu sammeln. Das Buch schafft ein tolles Bewusstsein dafür, dass unser Unrat eben leider nicht nur auf der Erde herumliegt, sondern mittlerweile sogar das Weltall verschmutzt. Ein wichtiger Denkanstoß!

Ein kleiner Wermutstropfen beim Material: Für ein Buch, das ab 4 Jahren empfohlen wird, ist das genutzte Papier leider viel zu dünn. Bei ungestümen Kinderhänden ist da schneller mal ein Riss drin, als man „Achtung“ sagen kann.

Meine ehrliche Meinung und Rezension zum Kinderbuch

Sobald die Reise losgeht, wird es inhaltlich allerdings… nun ja, sagen wir sehr wild. Erst einmal tiefen Respekt an Bruno, der einfach mal so im Hinterhof eine funktionierende Mondrakete zusammenzimmert! Eine Erklärung, warum er das kann, sucht man vergeblich. Ist er heimlich Ingenieur oder hat er sich einfach ein paar Tutorials im Internet angeschaut? Man weiß es nicht, aber das Ding fliegt tatsächlich. Ein Glück auch, dass das Ordnungsamt oder die Flugsicherung an diesem Tag wohl im Kaffeepausen-Modus waren – denn die Rakete dringt völlig ohne Genehmigung in den Luftraum ein. Puh, noch mal Glück gehabt!

Auf dem Mond angekommen, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Die Rakete wird beschädigt, die Rückkehr steht auf dem Spiel. Doch Halleluja, der Gott der glücklichen Zufälle meint es gut mit unserer Truppe! Sie treffen prompt auf Aliens, die natürlich ganz genau wissen, wo ein passendes Ersatzteil herumliegt. Und wie der Zufall es will (ich habe laut gelacht), haben die Astronauten auf der Erde noch zufällig „Weltraumkleber“ eingepackt, der nun in der Tasche brennt. Teil angeklebt, Rakete repariert. Läuft!

Weil der ursprüngliche Plan ja das Müllsammeln war, wird auf dem Rückweg natürlich fleißig eingeladen. Blöd nur, dass der Weltraumschrott nicht komplett in die Rakete passt. Aber halt, wir haben ja noch den magischen Weltraumkleber! Also werden eine Waschmaschine und eine Riesenrutsche kurzerhand außen an die Hülle geklebt. Dass diese Konstruktion beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre absolut nicht verglüht, grenzt an ein physikalisches Wunder.

Eigentlich ist das Buch eine nette Mischung aus Story und Wimmelbildern. Die vermeintlich fundierten Fakten auf der Innenseite des Umschlags lassen auch auf ein lehrreiches Abenteuer schließen – aber echte Fakten und logische Schlüsse sucht man in der Story vergeblich. Warum liegt auf dem Mond ein Toaster? Und warum ist der bitteschön verrostet? Im Vakuum ohne Witterung und Sauerstoff rostet reichlich wenig. Wenn euer Kind also ein echter Astronomie-Fan ist, greift lieber zu einem anderen Buch. Sonst verbringt ihr später Stunden damit, das falsche Wissen wieder geradezurücken.

Mein kritisches Fazit: Lohnt sich das Bilderbuch?

Ob vierjährige Kids die Geschichte in ihrer Gänze schon verstehen, bezweifle ich ein wenig. Dafür sind manche Wimmelbilder dann doch etwas zu klein und streckenweise auch nicht so richtig farbenfroh – gerade die Dinge, die auf dem Mond aufgesammelt werden, wirken etwas trist.

Die ökologische Grundidee zum Umweltschutz ist super, aber die physikalische und logische Umsetzung ist ein einziger, wilder Ritt. Kann man als humorvolle Fiktion lesen, aber bitte nicht als lehrreiches Sach- oder Bilderbuch!

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