(Werbung) Manchmal greift man zu einem älteren Buch, einfach weil die Idee spannend klingt – und genau so landete Die Zeitdiebe von Val Tyler bei mir im Warenkorb. Günstig über Bookbot entdeckt, klang die Geschichte rund um gestohlene Zeit, skurrile Charaktere und düstere Geheimnisse vielversprechend. Leider wurde diese Erwartung nicht ganz erfüllt – aber langweilig war’s auch nicht.
Das Buch
Val Tyler
Die Greenwich-Chroniken – Die Zeitdiebe
Erscheinungsdatum: 24.06.2025
ISBN: 9783815792698
Coppenrath

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Die Greenwich-Chroniken – Die Zeitdiebe (Band 1)
Die Greenwich-Chroniken – Zeitenwirbel (Band 2)
Worum geht’s in Die Zeitdiebe?
In einer Parallelwelt zur echten Londoner Zeit, leben die Menschen nach einer ganz eigenen Uhr – denn Zeit ist hier buchstäblich etwas, das gestohlen werden kann. Als seltsame Vorfälle beginnen und Zeit auf mysteriöse Weise verschwindet, geraten zwei Kinder in eine gefährliche Verschwörung, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantworten kann.
Klischees, so weit das Auge reicht
Was mich wirklich gestört hat, war der Umgang mit Klischees. Menschen, die dreckig sind, sind automatisch dumm – das ist eine Darstellung, die mir sauer aufstößt. Vor allem, weil das Buch nicht wirklich damit aufräumt, obwohl es die Möglichkeit dazu gegeben hätte. Gerade für ein Buch, das sich auch an ein jüngeres Publikum richtet, hätte ich hier mehr Reflexion und weniger Schubladendenken erwartet.
Charaktere mit Licht und Schatten
Die Figuren sind grundsätzlich gut ausgearbeitet – man merkt, dass sie liebevoll gezeichnet wurden. Aber: Wirklich Tiefe entwickeln sie kaum. Einige wirken sogar bewusst naiv – was ich bis zu einem gewissen Grad akzeptieren kann, aber hier wirkte es teilweise unglaubwürdig. Gerade wenn dann durch diese Naivität wichtige Entscheidungen gefällt werden, gerät das Ganze ins Wanken.
Kurioser Plot mit seltsamen Momenten
Die Grundidee – dass durch gezielte Provokation ein Zeitdiebstahl ausgelöst wird – ist erstmal interessant. Aber in der Umsetzung wirkt es… nun ja… eher unbeabsichtigt komisch. Man fragt sich als Leser*in manchmal: „Moment, das war jetzt wirklich der Plan?“ Es scheint, als sei hier jemand doch nicht ganz so clever, wie es vorgesehen war. Da hätte man mehr rausholen können.
Trotz allem: Unterhaltsam war’s irgendwie doch
Ja, das Buch hat Schwächen – aber ich muss zugeben: Ich habe es trotz allem ganz gern gelesen. Der Stil ist flüssig, das Tempo angenehm und die Atmosphäre durchaus charmant. Eine kleine Illustration hier und da hätte das Ganze noch aufgewertet, gerade weil die Welt so fantasievoll sein möchte – visuelle Ankerpunkte wären da Gold wert gewesen.
Fazit
Die Zeitdiebe ist ein Buch mit vielen guten Ideen, das sich leider selbst im Weg steht. Die Klischees nerven, die Figuren hätten mehr Tiefe vertragen, und der Plot ist stellenweise seltsam konstruiert. Trotzdem: Wer Lust auf eine etwas schräge Geschichte hat und über einige Schwächen hinwegsehen kann, bekommt hier ein unterhaltsames Abenteuer mit Potenzial.