(Werbung) Ich lese gern über Menschen, ihre Herausforderungen, Lebensumbrüche oder kleine Alltagskatastrophen. Bei „Bekenntnisse aus der Baubranche“ von Julius Bic hatte ich die stille Hoffnung, hier eine unterhaltsame Mischung aus Selbstfindung, Baustellenchaos und vielleicht ein bisschen Humor zu finden.
Stattdessen habe ich mich durch eine Art Bau-Tagebuch gequält, das zwar sprachlich solide war – aber inhaltlich einfach nicht genug bot, um mein Interesse zu halten.
Das Buch
Julius Bic
Bekenntnisse aus der Baubranche
Erscheinungsdatum: 14.08.2025
ISBN: 9798298115759
Independently published
Worum geht’s?
Ein Mann will es richtig machen – mit dem Hausbau, mit der Liebe, mit dem Leben.
In tagebuchartiger Form begleiten wir den Protagonisten durch den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in der Baubranche. Er arbeitet, reflektiert, hadert, zweifelt, baut, plant – und wieder von vorn. Dazwischen gibt’s ein paar private Einblicke, Gedanken zur Beziehung und zum Leben als solches.
Klingt vielleicht nach einer Mischung aus Sachbuch und Roman – ist aber keins von beidem so richtig.
Meine Eindrücke: Fachjargon statt Emotionen
Puh. Ich bin ehrlich: Das war ein sehr anstrengendes Buch. Nicht etwa, weil es schlecht geschrieben ist – der Stil ist okay, unaufgeregt, lesbar – sondern weil es einfach wahnsinnig langweilig war, den Protagonisten bei seinem beruflichen und privaten Grübeln zu begleiten.
Sehr viel Fachsprache, sehr viel Detailkram, der vermutlich nur wirklich spannend ist, wenn man selbst gerade mitten im Hausbau steckt oder aus der Branche kommt. Mich hat es irgendwann nur noch ermüdet.
Was mir komplett gefehlt hat:
- Storytelling. Es gibt keine klare Dramaturgie, keine Entwicklung, keine echten Höhepunkte.
- Überraschungen. Alles plätschert dahin.
- Emotionale Tiefe. Klar, es wird hier und da mal über das Leben nachgedacht – aber richtig reingezogen wurde ich nie.
Am Ende fühlte es sich an wie ein langes Gespräch mit meinem Schwager:
Monologlastig, thematisch einseitig (Arbeit, Arbeit, Arbeit) und ohne echten Spannungsbogen. Ihm werde ich das Buch schenken – als Maurer und Workaholic hat er bestimmt mehr Freude daran als ich. 😉
Fazit: Für Bau-Profis oder Hardcore-Häuslebauer – für alle anderen eher zäh
„Bekenntnisse aus der Baubranche“ hat sicher seine Zielgruppe – Menschen, die sich im Fachjargon wohlfühlen und den Alltag in der Baubranche nachvollziehen können. Wer emotionales Storytelling, Charaktertiefe oder literarische Überraschungen sucht, wird hier leider nicht fündig.