Freunde Rezension: Wichtige Geschichte, mühsamer Weg – Eva Kranenburg

(Werbung) Es ist keine leichte Rezension, die ich hier schreibe. Das Thema ist wichtig, die Geschichte berührt – und dennoch war die Lektüre für mich alles andere als leicht. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Art, wie er erzählt wird.

Das Buch

Eva Kranenburg
Freunde

Erscheinungsdatum: 11.03.2026
ISBN: 9783737374996
Fischer Sauerländer

Vorderseite des Kindergarten-Freundebuchs „Freunde“ von Eva Kranenburg. Das farbenfrohe Cover zeigt verschiedene illustrierte Tiere wie eine Giraffe, einen Löwen und einen Affen in einer fröhlichen Dschungellandschaft. Oben rechts ist das Logo des Magellan Verlags zu sehen.
Sichere dir „Freunde“ bei buch7.de. Mit deinem Kauf beim sozialen Online-Buchhandel unterstützt du wichtige soziale Projekte – für dich bleibt der Preis dabei absolut gleich.

Worum geht’s?

Tarek, Nata, Ren und der kleine, verwilderte Tuk lernen sich in den letzten Tagen eines Krieges kennen, als sie in eine bereits völlig desolate Armee eingezogen werden. Statt mit dem Spaten bewaffnet aufs Schlachtfeld zu ziehen, wählen sie die Desertion. Jeder von ihnen trägt Unerträgliches in sich – Scham, Schrecken, Geheimnisse. Zusammengeschweißt durch die Not werden sie einander zur Familie. Bis ein Dilemma ihre Verbundenheit auf eine harte Probe stellt.

Meine Meinung

Die Stärke dieses Buches liegt in seiner brutalen Ehrlichkeit. Die Angst der Figuren ist greifbar, die moralischen Grauzonen werden nicht wegdiskutiert, und die Darstellung von Freundschaft als schützendes, lebensrettendes Band ist herzerwärmend. Beim gemeinsamen Lesen auf dem Sofa entstanden tatsächlich beklemmende, intensive Momente – das spricht für die emotionale Kraft der Geschichte.

Das Herzstück des Buches – die vier Figuren und ihre sich entwickelnde Verbundenheit – ist wirklich gelungen. Man spürt die Erfahrung der Autorin: Eva Kranenburg hat als Psychotherapeutin mit Geflüchteten gearbeitet, und diese Tiefe ist dem Buch anzumerken.

Und trotzdem: Die begeisterten Stimmen und Spitzenbewertungen kann ich nur bedingt nachvollziehen. Mein Problem liegt beim Schreibstil. Ich empfand die Lektüre als zäh und mühsam – nicht wegen des schweren Themas, sondern wegen der sprachlichen Umsetzung. Das zog sich, bremste mich immer wieder aus und machte es schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen.

Ich sage das nicht leichtfertig. Eine gute Geschichte kann trotzdem schwer zu lesen sein, wenn Stil und Lesender nicht zueinander passen. Und für mich war das hier der Fall. Die bloße Aktualität und Relevanz eines Themas kann sprachliche Schwächen für mich nicht wettmachen – auch wenn das Thema noch so wichtig ist.

Fazit

Freunde erzählt eine wichtige Geschichte über Freundschaft, Menschlichkeit und moralischen Mut in einer zerstörten Welt. Die emotionale Kraft ist da, die Figuren sind berührend. Wer mit dem Schreibstil klarkommt, wird hier sicher etwas Besonderes finden. Ich gehörte leider nicht dazu – aber das ist eine sehr persönliche Sache.

Schreibe einen Kommentar