Gespenster, Dialekt und ein sehr ungewöhnlicher Weihnachtsbaum

(Werbung) Cornelia Funke gehört seit Jahren zu den ganz Großen der Kinder- und Jugendbuchliteratur. Ihre Geschichten sind fantasievoll, schräg, spannend – und eigentlich liebe ich ihren Stil.

Mit „Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk“ habe ich mich aber ungewöhnlich schwergetan. Vielleicht liegt es daran, dass ich die vorherigen Bände nicht kenne – denn was als weihnachtlich-gruseliges Abenteuer begann, wurde für mich leider eher zur Lesebremse.

Das Buch

Julius Bic
Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk (Band 5)

Erscheinungsdatum: 11.09.2025
ISBN: 9783743221420
Loewe

Buchcover von „Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk“ von Cornelia Funke: Vor einem geschmückten Weihnachtsbaum stehen zwei Menschen, ein kleines grünes Gespenst schwebt zwischen den Zweigen, festliche Farben und humorvoll-gruselige Weihnachtsstimmung.
Ein Weihnachtsabenteuer mit Augenzwinkern: Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk verbindet Humor, ein kleines bisschen Grusel und ganz viel Herz – perfekt für die dunkle Jahreszeit, wenn Geschichten leuchten dürfen.

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Worum geht’s?

Ein ganz und gar nicht festlicher Spuk treibt zur Weihnachtszeit sein Unwesen: Ein bösartiger Geist nistet sich im Weihnachtsbaum ein – und verwandelt Menschen in Baumschmuck (!). Klingt abgefahren? Ist es auch – und genau das fand ich eigentlich ziemlich cool. So eine Idee hatte ich definitiv noch nie gelesen.

Im Mittelpunkt stehen wieder die bekannten Gespensterjäger – allen voran Hugo, das Gespenst, das allerdings weniger gruselig als eher… speziell ist. Gemeinsam stellen sich die Figuren der Gefahr und versuchen, das Weihnachtsfest zu retten.

Meine Eindrücke: Tolle Idee, schwieriger Zugang

Ich mag schräge Ideen. Und die Vorstellung eines fluchenden, grummeligen Baums, der Menschen als Kugeln und Lametta benutzt, ist wirklich herrlich grotesk. Da war mein Fantasyherz kurz ganz glücklich.

Aber: Ohne Vorkenntnis der ersten vier Bände hatte ich mehrfach das Gefühl, wichtige Infos zu verpassen. Immer wieder wird auf frühere Einsätze oder Beziehungen zwischen den Figuren angespielt – und ich saß mit Fragezeichen da. Das erschwert den Einstieg und bremst den Lesefluss, gerade bei einem eigentlich locker-leichten Kinderbuch.

Was mir allerdings wirklich schwer gefallen ist, war Hugos Dialekt – oder das, was als solcher gemeint ist.
Ich weiß nicht, ob Geister wirklich einen Mund brauchen, um zu sprechen – aber ich hätte mir gewünscht, sie hätten keinen Dialekt. 😅
Hugo spricht durchgehend in seiner Mundart – und das ist anstrengend. Wäre es nur ab und zu mal gewesen: okay. Aber in fast jedem seiner Sätze? Für mich war das eine echte Hürde. Es hat mich aus dem Lesefluss gerissen und teilweise sogar genervt. Wäre das hier keine Leserunde gewesen, hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen.

Die Zeichnungen? Hübsch, aber der Weihnachtsbaum erinnert optisch stark an den Grinch. Irgendwie hätte ich mir da etwas Eigenständigeres gewünscht.

Fazit: Gute Idee, aber kein Buch für Neueinsteiger

„Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk“ ist ein fantasievolles Kinderbuch mit einer witzigen Grundidee – aber kein guter Startpunkt, wenn man die Reihe nicht kennt. Dazu kommt ein sehr gewöhnungsbedürftiger Dialekt, der die Lektüre unnötig erschwert.

Ich kann mir vorstellen, dass Fans der Reihe ihre Freude haben – wer aber neu einsteigt, wird hier wenig Spaß finden.

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