Hoffnungsdunkelheit: Von Kindheitserinnerungen zum literarischen Preis

Die Sterne haben mich schon als Kind fasziniert – gemeinsam mit meinem Vater habe ich unzählige Nächte unter dem Himmel verbracht. Heute weiß ich: Was damals selbstverständlich war, ist es längst nicht mehr.

Wenn der Himmel zur Bühne wird

Als Kind war der Sternenhimmel für mich ein Abenteuer. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit meinem Vater auf dem Balkon stand. Wenn die Milchstraße sichtbar war, war das jedes Mal ein Spektakel. Später bekam ich mein erstes Teleskop – und wir suchten gemeinsam nach dem „Mann im Mond“. Unzählige Nächte, unzählige Erinnerungen.

Mein Vater ist leider früh gestorben, doch diese gemeinsamen Abende auf Balkon und Feld gehören zu den schönsten Momenten meiner Kindheit.

Zwischen Glück und Verlust

Heute lebe ich ländlich und habe das Glück, den Mond manchmal wieder durchs Teleskop betrachten zu können. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. In meinen früheren Wohngegenden war das jahrzehntelang nicht möglich – zu viel künstliches Licht. Statt Milchstraße: graues Leuchten. Statt Sternen: Straßenlaternen.

Und auch hier auf dem Land gibt es Probleme: Unsere Nachbarn haben ein Flutlicht am Haus, das zwar auf Bewegungen reagieren soll – aber schon ein Windstoß oder ein Blatt genügt, um die Nacht taghell zu erleuchten. Dann liegt unsere Wohnung plötzlich im Scheinwerferlicht. Für Insekten, Vögel und viele andere Tiere ist das fatal.

Warum Dunkelheit wichtig ist

Lichtverschmutzung ist mehr als ein fehlender Sternenhimmel. Sie raubt Tieren den Lebensraum, stört den Schlafrhythmus und kostet uns Menschen die Verbindung zum Kosmos. Schon eine kleine Änderung kann helfen: Außenbeleuchtung sollte nach Möglichkeit unter 1000 Lumen bleiben – ideal sind warmweiße Lampen mit unter 500 Lumen, die Insekten kaum wahrnehmen können.

Hoffnungsdunkelheit – ausgezeichnet mit dem 1. Platz

Diese Gedanken haben mich zu meiner Kurzgeschichte „Hoffnungsdunkelheit“ inspiriert, die beim Wettbewerb von Dark Sky Nord mit dem 1. Platz ausgezeichnet wurde. 🎉

In der Geschichte geht es nicht nur um Sterne, sondern auch um die Frage: Was passiert, wenn wir die Dunkelheit verlieren – und mit ihr ein Stück Hoffnung?

📖 Hier könnt ihr sie direkt nachlesen:
👉 „Hoffnungsdunkelheit“ auf der Website von Dark Sky Nord

Ein Appell

Wir alle können etwas tun, um die Nacht wieder dunkler zu machen – und damit heller im eigentlichen Sinn.

  • Außenlampen nur einschalten, wenn sie wirklich gebraucht werden.
  • Bewegungsmelder sparsam einsetzen und gut einstellen.
  • Warmes, schwaches Licht nutzen statt greller Fluter.

Denn manchmal ist es die Dunkelheit, die uns das Licht erst erkennen lässt.

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