Wenn Bäume sprechen könnten. Eine Postkarte für die Erde.

Es gibt Aktionen, die berühren einen sofort im Herzen. Die Internationale Kunstbiennale „If Trees Could Talk“ ist genau so eine. Eine Einladung, innezuhalten, zuzuhören, und kreativ zu werden. Als ich davon erfuhr, wusste ich: Da mache ich mit.

Ich meine – Bäume! Wer mich kennt, weiß, wie sehr ich sie liebe. Sie sind nicht einfach nur Pflanzen. Sie sind Nachbarn. Wegbegleiter. Geduldige Beobachter. Und manchmal… Freunde. Ich habe als Teenager schon Gespräche mit Bäumen geführt. Keine Sorge, sie haben nie geantwortet – zumindest nicht mit Worten. Aber mit Ruhe. Mit dem Rascheln ihrer Blätter. Mit dem Schatten, den sie mir geschenkt haben, wenn die Welt zu laut war.

Mein Baum

Mein Baum war eine Birke. Eine, die ich mehr geliebt habe, als manch Mensch je verstehen würde. Ich habe unzählige Stunden in ihren Ästen verbracht, Abenteuer erlebt und – ja, auch einen peinlichen Rettungseinsatz durch meinen Vater. Was dann geschah, als ich voller Stolz nach Hause kam, um meiner Mutter von einer 1+ für einen Aufsatz über „meinen Lieblingsplatz“ zu erzählen, hat sich tief eingebrannt.

„Meine Birke lag am Boden. Abgesägt. Tot.
Sie musste einer Lärmschutzwand weichen.
Mein Kletterbaum, meine Freundin, mein Zuhause in der Luft – einfach zerstört.“

Den kompletten Beitrag mit dieser Geschichte findest du hier auf meinem Blog:
👉 Mein Baum

Vielleicht ist genau deshalb diese Aktion so wichtig für mich. Vielleicht möchte ich damit ein Stück meiner Birke bewahren, ihrer gedenken, sie ehren. Vielleicht ist meine Karte auch ein verspäteter Abschiedsbrief.

Die Aktion

Die Biennale „If Trees Could Talk“ ruft dazu auf, Postkarten zu gestalten, die zeigen, was es heißen würde, wenn Bäume sprechen könnten. Die Karten werden auf den Philippinen gesammelt und als Teil einer Ausstellung gezeigt. Ein weltweites Flüstern von Baumgeistern, Wurzelwesen und Naturfreund:innen. Und wir sind eingeladen, ein Teil davon zu sein.

Meine Botschaft

I have seen centuries. Will I see tomorrow?

Dazu habe ich ein Motiv gestaltet, das einen alten, verwundeten Baum zeigt, der in einer abgeholzten Landschaft steht. Ein stiller Zeuge vergangener Zeiten. Vielleicht der letzte seiner Art. Und doch voller Würde.

Das Ganze im Stil eines Erwachsenen-Comics – leicht surreal, etwas düster, aber voller Poesie. Keine Karte für Kinderzimmer. Sondern für alle, die bereit sind, hinzuhören.

Ich habe lange überlegt, welches Motiv dem gerecht wird. Aber als das Bild einmal im Kopf war, ging es ganz schnell. Vielleicht, weil der Baum mir die Geschichte ins Ohr geflüstert hat?

Farbstiftzeichnung eines alten, traurigen Baums mit Gesicht in einer abgeholzten Landschaft. Der Text „I have seen centuries. Will I see tomorrow?“ steht darunter.
„I have seen centuries. Will I see tomorrow?“ – Mein Beitrag zur internationalen Kunstaktion „If Trees Could Talk“. Gezeichnet mit Herz, Erinnerung und Zorn.
Titel des Bildes: The Last Witness

Warum ich mitmache

Weil ich Bäume liebe. Weil ich Natur brauche. Weil ich glaube, dass Kunst nicht nur schön, sondern auch laut sein darf. Laut im Herzen. Und weil ich will, dass meine (zukünftigen) Enkel noch unter schattigen Kronen sitzen können. Weil ich mich daran erinnern will, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind. Und weil ich hoffe, dass diese kleine Postkarte irgendwo, irgendwann, irgendjemanden berührt. Vielleicht jemanden, der lange nicht mehr nach oben in die Baumkrone geschaut hat.

Machst du auch mit?

Wenn du selbst kreativ bist, dann greif zu Stift, Kamera, Pinsel oder Feder und schick deine Karte bis spätestens Ende Februar 2026 nach:

CANVAS
1 Upsilon Drive Extension
Ecke Zuzuarregui Street
Barangay Matandang Balara
Quezon City, Philippinen 1119

Oder per Mail (Foto des Werkes): postcards@canvas.ph

Alle Infos findest du auf der offiziellen Website:

👉 If trees could talk


Lass uns gemeinsam zuhören. Und antworten. Denn vielleicht ist es noch nicht zu spät. 🌳💌

Rosi

PS: Wenn du magst, teile diesen Artikel gerne weiter. Vielleicht wird aus einem Flüstern ja ein Chor.

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