Indigo Animals Rezension: Fantasy mit Botschaft – aber mit Ecken und Kanten – Aurin von Aderhold

(Werbung) Mein Tierschützerinnenherz war sofort dabei. Ein Fantasyroman, der Massentierhaltung, Umweltschutz und die moralische Verantwortung des Menschen ins Zentrum stellt? Das klingt nach genau dem, was ich mir von Literatur wünsche. Und dann war da dieses Hin- und Hergerissen-Sein.

Das Buch

Aurin von Aderhold
Indigo Animals – Das Netz des Schicksals

Erscheinungsdatum: 11.11.2025
ISBN: 9783384705495
tredition

Foto des Buchcovers „Indigo Animals“ von Aurin von Aderhold. Eine Hand hält das Buch über einem hellen Holzboden. Das dunkle Cover zeigt ein geheimnisvoll leuchtendes, indigoblaues Tierwesen in Wolfsgestalt vor einem tiefschwarzen Hintergrund.
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Worum geht’s?

Biobauer Michl Hoffmann beginnt durch seine Tochter Lara zu erkennen, dass auch seine vermeintlich idyllische Landwirtschaft Teil eines zerstörerischen Systems ist. Parallel dazu kämpfen die Indigokrieger – magische Wesen aus den Stämmen der Elfen und Feen – gegen Dunkeldämonen, die aus der Ignoranz und Gleichgültigkeit der Menschen entstehen. Tierversuche, Aquakulturen, Abholzung, Massentierhaltung – das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund.

Meine Meinung

Äußerlich macht das Buch schon mal einen sehr guten Eindruck: hochwertige Verarbeitung, ein ästhetisch ansprechendes Cover – das spricht die Zielgruppe zielsicher an und macht Lust aufs Lesen.

Inhaltlich spürt man auf jeder Seite die fundierte Recherche und das persönliche Herzblut der Autorin. Die Schilderungen der Zustände in der Landwirtschaft sind eindringlich und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Für Menschen, die bereits eine Verbindung zum Tierschutz haben, ist dieses Buch eine echte Bereicherung.

Was mich jedoch immer wieder gebremst hat, ist der Schreibstil. Er wirkt oft fordernd und belehrend – die moralische Botschaft wird so direkt vermittelt, dass der mahnende Unterton stellenweise anstrengend wird. Ich teile die Überzeugungen der Autorin von Herzen, aber auch wer das tut, möchte nicht das Gefühl haben, eine Predigt zu lesen statt eine Geschichte.

Die Dialoge wirken teilweise hölzern und wenig authentisch. Besonders kritisch finde ich die stark polarisierende Darstellung von Fleischessern, die als von dunklen Mächten beeinflusst gezeichnet werden. Diese Zuspitzung nimmt der Erzählung die Differenzierung, die sie für eine breitere Wirkung bräuchte – und erreicht genau dadurch möglicherweise weniger Menschen, als sie könnte.

Auch der Genre-Mix gelingt nicht vollständig. Die Verbindung aus hartem Realismus und fantastischen Elementen – Elfen, Feen, Indigokrieger – wirkt nicht immer harmonisch. An manchen Stellen schwächen die übernatürlichen Aspekte paradoxerweise die Dringlichkeit der realen Botschaft, statt sie zu verstärken.

Fazit

Indigo Animals ist ein ungewöhnliches, engagiertes Buch, das weit über reine Unterhaltung hinausgeht. Die Botschaft ist wichtig, das Herzblut ist spürbar – und trotz handwerklicher Schwächen bleibt es ein Werk, das zum Nachdenken anregt. Für Lesende mit Tierschutz-Affinität eine Bereicherung, für alle anderen eine Herausforderung.

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