(Werbung) Schon das Cover gibt die Richtung vor: erschöpfte Kröten, ein Reiher im Stacheldraht – letzteres lässt mein Herz ehrlich gesagt bluten – und gehängte Menschen, bei denen ich mir dachte: „Na ja, wenn sie es waren, haben sie es wohl verdient.“ Willkommen in der Welt von Animals Lane.
Das Buch
Armands A. Asimov
Iter – Animals Lane: Passus III
Erscheinungsdatum: 03.02.2026
ISBN: 9783819247521
BoD – Books on Demand

Worum geht’s?
Delia ist eine Erdkröte, die sich mit einem Heer ihrer Artgenossen auf die alljährliche Amphibienwanderung begibt. Ihr Ziel: das Vergissmeinnichtufer, wo sie ihre Nachkommen zeugen werden. Der Weg dorthin ist gepflastert mit Gefahren, Verlusten und Entscheidungen, die nicht immer die edelsten sind. Es ist eine düstere Tierfabel – und sie meint das sehr ernst.
Meine Meinung
Mein Gehirn brauchte eine Weile, um damit klarzukommen, dass Kröten hier ein wenig vermenschlicht werden. Manche Verhaltensweisen – wie das Anlehnen des Kopfes aneinander – wirken nicht ganz so… krötisch. Und ja, die Kröten wissen, was Sensoren sind. Ich habe kurz gestutzt. Aber vielleicht haben sie einfach gut zugehört. 😄
Interessant war für mich übrigens, dass ich beim Lesen über den Begriff „Finger“ gestolpert bin – bis mir klar wurde: Frösche und Kröten haben tatsächlich Finger und Zehen. Wieder etwas gelernt! In jedem Fall handeln die Kröten hier wie Menschen – aus Verzweiflung, Egoismus, Überlebenswillen. Ob das der „echten“ Krötenwelt entspricht, wage ich zu bezweifeln, aber als literarisches Mittel funktioniert es.
Ab der zweiten Hälfte der Geschichte wird es dann richtig wild. Ein Mensch, der einen mechanischen Vogel abschießt. Eine Sexszene. Und noch einiges mehr, das ich lieber nicht vorwegnehme. Insgesamt ist die Novelle recht brutal und stellenweise wirklich gewöhnungsbedürftig. Das ist kein Vorwurf – wer Animals Lane kennt, weiß, worauf er sich einlässt. Aber wer zarte Nerven hat, sei gewarnt.
Fazit
„Iter“ ist eine düstere, ungemütliche, teils brutale Novelle, die einen nicht gleichgültig lässt. Ob das angenehm ist, muss jede für sich entscheiden. Mich hat sie ein wenig verstört zurückgelassen – und das, glaube ich, ist durchaus so beabsichtigt.