(Werbung) Schon das Cover hat mich erwischt. Ein Foto, das Weite, Natur und Abenteuer atmet – und gleichzeitig eine leise Ahnung von Gefahr mitbringt. Genau die Mischung, die mich neugierig macht. Ich wollte dieses Buch lesen, bevor ich auch nur eine Zeile des Klappentextes kannte.
Das Buch
Veronica Skotnes
Jenseits der Wintersonne – Leben und Segeln im Nordmeer
Erscheinungsdatum: 15.01.2026
ISBN: 9783667132048
Delius Klasing

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Worum geht’s?
Veronica Skotnes ist Ende zwanzig, lebt seit Jahren auf ihrem alten Kutter vor der norwegischen Küste und segelt allein entlang der äußersten Inseln der Finnmarkküste – dort, wo die Welt aufzuhören scheint. Das Buch ist kein klassischer Reisebericht. Es ist eine Mischung aus persönlichen Beobachtungen, Begegnungen mit den Menschen dieser abgelegenen Region und immer wieder philosophischen Einschüben, die zum Nachdenken einladen.
Meine Meinung
Was mich wirklich begeistert hat, ist der Schreibstil. Veronica Skotnes schreibt unverblümt ehrlich – nicht ausgeschmückt, nicht aufgeblasen, sondern so, wie man einer guten Freundin von einer langen Reise erzählt. Ich konnte mich ein Stück weit in sie hineinversetzen und hatte beim Lesen manchmal fast das Gefühl, selbst an diesen Inseln anzulanden.
Besonders gemocht habe ich die philosophischen Einschübe. Sie tauchen immer wieder auf, fast beiläufig, und stellen Fragen, über die ich dann noch eine Weile nachgedacht habe. Für mich drücken genau diese Momente aus, was ich mir unter dem Leben auf einem Segelboot vorstelle: den Horizont erweitern – nach außen und nach innen.
Was mir gefehlt hat, ist die Nähe zur Autorin selbst. Ich weiß nach der Lektüre ein wenig, wer Veronica Skotnes ist – aber eben auch nicht wirklich. Ich hätte gerne mehr von ihr erfahren: ihre Emotionen, ihre Gedanken, ihre Erinnerungen. So wie man einen echten Menschen kennenlernt, nur etwas prägnanter – weil das Buch ja kein dicker Wälzer sein soll. 😉 Hier bleibt die Geschichte leider etwas an der Oberfläche.
Und dann sind da noch die Fotos im Innenteil. Nach dem wunderschönen Cover hatte ich große Erwartungen – und wurde leider enttäuscht. Die Fotos sind in Schwarz-Weiß gedruckt. Was auf dem Deck eines Bootes, im Blick auf die Wellen, eigentlich atemberaubend sein könnte, wird so zu einem abstrakten Kunstwerk in Grauschattierungen. Das ist nicht schön – und für mich wäre es besser gewesen, ganz auf Fotos zu verzichten, als sie so zu drucken.
Fazit
„Jenseits der Wintersonne“ ist ein ehrliches, atmosphärisches Buch, das ein philosophisches Gefühl von Abenteuer vermittelt – und das auf eine Art, die ich selten so gelesen habe. Der Schreibstil trägt, die Gedanken bleiben hängen.
Was fehlt, ist mehr Veronica. Mehr Innenleben, mehr Nähe zu der Person, die da allein durch das Nordmeer segelt. Und Farbfotos – oder gar keine. Aber das Wichtigste ist geblieben: der Wunsch, selbst irgendwo am Horizont zu verschwinden.