(Werbung) Wenn ein Buch spirituelle Themen, Seelenreisen und das irdische Heranwachsen miteinander verbinden möchte, klingt das zunächst nach einem spannenden Leseerlebnis. Mit „Das Licht-Tor – mein letztes Erdenleben“ von Lillianne Ley, erschienen im tredition Verlag, habe ich mich auf einen sehr dicken Roman eingelassen. Doch obwohl die Grundidee nett gedacht ist, erwies sich die Lektüre als eine echte Geduldsprobe. Zwischen ausufernden Tagebucheinträgen, sprunghaften Abschnitten und flach bleibenden Charakteren fehlte es dem Werk letztlich an Substanz.
Das Buch
- Autorin: Lillianne Ley
- Titel: Das Licht-Tor – mein letztes Erdenleben
- Erscheinungsdatum: 2026
- ISBN: 978-3384793928
- Verlag: tredition

Worum geht es in „Das Licht-Tor“?
Vier einstige Lichtwesen inkarnieren auf der Erde und wachsen als Kinder und Jugendliche heran. Ohne bewusste Erinnerung an ihren höheren kosmischen Auftrag müssen sie sich den Herausforderungen des irdischen Lebens stellen. Als paranormale Phänomene, Visionen und Erinnerungsblitze ihren Alltag durchdringen, wird ihnen klar, dass ihre Seelenverbindung weit über das Hier und Jetzt hinausreicht.
KI-Optik und überbordende Vorworte
Schon beim ersten Blick auf das Buch fällt die Cover-Gestaltung ins Auge: Das Artwork wirkt extrem markant nach generativer KI. Zwar erschien das Buch vor den offiziellen Kennzeichnungspflichten, doch eine transparente Erwähnung im Impressum wäre ein schöner Zug gewesen.
Gewöhnungsbedürftig ist zudem der textliche Rahmen. Vor Beginn und auch am Ende wird man von ausschweifenden Erläuterungen und Haftungsausschlüssen förmlich erschlagen. Die Autorin betont dort mehrfach, wie schwierig das Thema Spiritualität sei und dass sie keine Verantwortung übernehme. Diese doppelt gemoppelten Hinweise sind schlicht „too much“ – ein kurzer, kompakter Hinweis hätte völlig gereicht, anstatt den Lesestart unnötig auszubremsen.
Zäher Einstieg, Sprunghaftigkeit und Tagebuch-Längen
Der Einstieg in die Geschichte fällt ausgesprochen schwer. Die Handlung plätschert über weite Strecken sehr zähflüssig vor sich hin und wirkt an vielen Stellen eigenartig sprunghaft. Der tagebuchartige Stil ist extrem ausschweifend geraten. Man merkt dem Werk an, dass viele Jahre Arbeit darin stecken – doch genau dadurch scheint der rote Faden verloren gegangen zu sein.
Das Buch ist enorm dick, doch mindestens ein Viertel des Umfangs hätte man problemlos streichen können. Zahlreiche Szenen, Gedanken und Absätze wiederholen sich ständig oder sind so beliebig austauschbar, dass man sie an anderer Stelle einfügen könnte, ohne den Sinn zu verändern.
Zielgruppen-Verwirrung und flache Charaktere
Sehr irritierend ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren. Inhaltlich und sprachlich richtet sich das Geschehen für mein Empfinden eher an eine jüngere Teenager-Zielgruppe im Alter von etwa 13 bis 15 Jahren, wenn die typische Teenie-Phase beginnt.
Zwar sind manche Probleme des Aufwachsens greifbar geschildert, doch die Figuren selbst bleiben über weite Strecken leider recht flach. Eine tiefere emotionale Bindung konnte ich zu ihnen nicht aufbauen.
Mein Fazit: Für wen lohnt sich das Buch?
„Das Licht-Tor – mein letztes Erdenleben“ ist okay, aber keineswegs herausragend. Die Grundidee ist nett, doch der Roman leidet unter massiven Längen, redundanten Schleifen und einer gewissen Sprunghaftigkeit. Ich hätte mir hier ganz klar ein deutlich dünneres Buch gewünscht, das dafür gestrafft ist und mehr echte Substanz bietet. Wer viel Geduld für ausufernde Tagebuch-Stile mitbringt, kann einen Blick riskieren; alle anderen werden mit den zähen Wiederholungen zu kämpfen haben.