(Werbung) Ich habe schon viele Bücher von Audrey Harings gelesen – und eigentlich liebe ich ihren Stil. Umso größer war meine Vorfreude auf „Leni und die Flüsterkürbisse“. Aber schon nach wenigen Seiten beschlich mich ein seltsames Gefühl: Dieses Buch fühlte sich überhaupt nicht nach Audrey Harings an. Es las sich fast so, als hätte jemand anderes geschrieben und nur ihren Namen aufs Cover gesetzt. Schade – denn die Grundidee hätte viel Potenzial gehabt.
Das Buch
Audrey Harings
Leni und die Flüsterkürbisse
Erscheinungsdatum: 26.03.2025
ISBN: 9783769378412
BoD – Books on Demand

Leni und die Flüsterkürbisse verbindet geheimnisvolle Atmosphäre, leises Gruseln und kindgerechte Fantasy zu einer Geschichte, die besonders in der dunkleren Jahreszeit ihren Zauber entfaltet.
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Worum geht’s?
Leni entdeckt auf dem Dachboden eine Truhe – und mit ihr beginnt ein magisches Abenteuer voller sprechender Kürbisse, Glühwürmchen und seltsamer Figuren. Gemeinsam mit Tim, der so ganz anders ist als sie, wird sie in eine Welt gezogen, die Fantasie, Mut und ein gutes Herz verlangt.
Die Geschichte ist durch und durch fantastisch und ein bisschen verrückt – was mir grundsätzlich gefällt. Ich mag abgedrehte Ideen, besonders wenn sie kindgerecht erzählt sind. Und dieser Satz hat mich besonders berührt:
„Manchmal ist Fantasie die beste Magie, die es gibt.“
💛 So wahr, so schön!
Meine Eindrücke: Zwischen guter Idee und zu viel KI
Zuerst das Positive:
Ich mochte Leni und Tim. Beide wirken authentisch und kindlich nachvollziehbar. Besonders schön fand ich Lenis Unsicherheit beim Verhandeln auf dem Markt – das war so greifbar geschrieben, dass ich fast selbst Herzklopfen bekam. Auch, dass Leni zugibt, Angst zu haben, ist stark. Es zeigt: Gefühle zuzulassen ist okay – gerade für junge Leser*innen eine wichtige Botschaft.
Und ja, ich bin jetzt schon Fauchi-Fan. Als Katzenmensch mit langjähriger Katzenerfahrung erkenne ich so viele typische Verhaltenszüge wieder – inklusive der Tatsache, dass man lieber selbst friert, statt die Katze auf der Decke zu stören. 😄
Ganz ehrlich: Fauchi braucht eine eigene Geschichte!
Aber leider war das nicht genug, um mich für das Buch zu begeistern.
Was mich wirklich gestört hat:
- Die vielen Wiederholungen – vor allem bei Tim. Drei Absätze beginnen direkt hintereinander mit „Tim war…“. Das wirkt lieblos und stört den Lesefluss.
- Logikfehler, wie der Staub auf den Händen, obwohl der Kleiderschrank eigentlich geschlossen war.
- Und mein Tierschützerinnenherz hat ganz leise geschrien, als Glühwürmchen in einem Glas gesammelt wurden – ohne Erklärung, dass sie wieder freigelassen wurden. So etwas hinterlässt (gerade bei Kindern!) ein falsches Bild.
- Die Illustrationen sind für mich ein zweischneidiges Schwert: Die großen Kapitelbilder gefallen mir gut. Aber die kleineren passen oft nicht zum Text. Und dass sie KI-generiert sind, finde ich schade. Auch Fauchi sieht für mich stellenweise eher krank aus als niedlich.
Kleine Details wie ein verrutschter Schriftsatz auf Seite 23 und ein Kürbis mit drei Mündern und Augen auf Seite 42 wirken, als wäre das Buch etwas zu schnell veröffentlicht worden.
Fazit: Gute Grundidee, aber enttäuschende Umsetzung
„Leni und die Flüsterkürbisse“ hätte ein wunderbares Kinderbuch sein können – mit Magie, Mut, Freundschaft und Fantasie. Die Hauptfiguren funktionieren, einige Szenen sind richtig schön.
Aber der Stil, die Wiederholungen, die schwache Bildauswahl und die teils wirren Details machen es für mich zu einem Buch, das hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
Für Fans der Autorin dürfte dieses Buch eher befremdlich wirken – es fehlt die gewohnte Wärme, Tiefe und sprachliche Feinfühligkeit, die ich sonst bei Audrey Harings so schätze.