Manchmal schüttet das Leben im selben Moment bittere Medizin und süße Ideen aus. Der Mai 2026 war genau so ein Monat – ein echtes Wechselbad zwischen Tierarztpraxen, Röntgenstrahlen und dem Moment, in dem man trotzdem einfach Eis essen geht, weil: Was soll man sonst machen? 🙂 Wenn das Thermometer auf bis zu 32° Grad klettert und das Schicksal gleichzeitig anklopft, hilft nur eins: Humpeln, Atmen und weiterlachen.

Ein Schild um den Hals und eine Stressfraktur aus der Vergangenheit
Mein persönliches Dauerthema seit Ende März kam leider auch im Mai nicht zur Ruhe: die Stressfraktur im Fersenbein. Wer schon einmal wochenlang an Unterarmstützen durch den Alltag gehumpelt ist, weiß, wie nervig das ist. Man kommt nicht voran, kann keine Kaffeetasse tragen und zieht die Blicke magisch an.
Am anstrengendsten war aber die immer gleiche Frage: „Was hast du denn gemacht?“ Ich war kurz davor, mir tatsächlich ein laminiertes Schild um den Hals zu hängen. Stressfraktur. Nein, ich weiß nicht wie. Ja, es tut weh. Danke. 😄

Nach Röntgen und MRT im Vormonat stand diesmal ein CT an. Mein innerer Kommentar zum Thema „Strahlenbelastung minimieren“ blieb ungesagt – nachdem meine Zähne dieses Jahr auch schon reichlich Röntgenstrahlen abbekommen haben, wäre das ohnehin sinnlos gewesen. Das Kuriose am Befund: Das CT deckte eine alte Geschichte auf. Irgendwann in der Vergangenheit muss ich mir den Knöchel so stark verstaucht haben, dass ein winziger Knochensplitter abgebrochen ist. Der schwimmt nun als blinder Passagier lose in meinem Bein herum. Hallo, wer bist du und seit wann bist du da?

Dass so eine Stressfraktur im Fuß den Alltag einschränkt, ist ja das eine. Dass sie zu absolut filmreifen Slapstick-Momenten führt, war mir neu. Als ich eine Schreibtischlampe einstecken wollte, kam ich wegen des Fußes nicht richtig an die Steckdose heran und versuchte mein Glück kurzerhand elegant über den Tisch. Spoiler: Es war nicht elegant. Ich legte mich wohl etwas zu enthusiastisch auf die Eckplatte, die Schrauben rissen aus und wumm – lag ich da. Bäuchlings, mit den Beinen in der Luft, dem Kopf nach unten auf der heruntergekrachten Platte und unfähig, mich vor oder zurückzubewegen. Das Ergebnis waren ein paar Schrammen, blaue Flecken und ein so gigantischer Lachflash über diese absurde Situation, dass ich mir sehnlichst eine laufende Kamera gewünscht hätte. Immerhin: Der Stecker war drin und die Lampe leuchtete triumphierend über meinem Desaster!

Und weil der Fuß noch nicht genug Chaos angerichtet hat, macht sich die eingeschränkte Mobilität auch in der Küche bemerkbar. Unsere Barhocker sind für mich inzwischen eine Zumutung – mit dem lädierten Fuß oder bei aufziehender Migräne ist das Hochhieven schlicht keine Option. Gebrauchte Ersatzhocker haben wir getestet, die konnten uns aber auch nicht überzeugen. Es wird wohl auf einen niedrigeren Tisch mit ganz normalen Stühlen hinauslaufen. Pragmatisch, aber gut. Deshalb machen wir jetzt auch kurzen Prozess: Unser moderner JYSK-Bartisch inklusive der vier Hocker darf ausziehen und jemand anderen glücklich machen. Falls du also deine Küche upgraden willst (oder einfach gesunde Füße hast!), schau gerne mal bei unser Kleinanzeigen-Anzeige vorbei. Ein bisschen wehmütig bin ich ja schon, weil das Set echt schick ist, aber die ergonomische Vernunft siegt. 💔

Vom Tisch-Crash zum Schornstein-Glanz
Nachdem die Aktion mit der Schreibtischplatte eher unter der Kategorie „Slapstick des Monats“ lief, gab es an einer anderen Haushaltsfront zum Glück einen echten Vorzeige-Erfolg: Der Schornsteinfeger war da! Und was soll ich sagen? Diesmal ging der Besuch wirklich rekordverdächtig flott über die Bühne, weil unser Schornstein absolut sehr sauber war. Da hat sich mein fleißig absolvierter Ofenführerschein also mehr als bezahlt gemacht! Es ist doch herrlich, wenn die gelernte Theorie so direkte, saubere Früchte in der Praxis trägt. Ein bisschen stolz bin ich über das indirekte Lob vom Profi ja schon. 🙂

Das große Mai-Ausmisten (oder: Auswandern mit leichtem Gepäck)
Auch wenn unser offizielles Jahresmotto „Weniger ist mehr“ eigentlich schon 2024 war – im Mai hat uns wieder das absolute Ausmist-Fieber gepackt. Es fliegt gerade einfach unglaublich viel raus und dieses Gefühl von visuellem und mentalem Ballast-Abwerfen ist phänomenal! Alleine in diesem Monat sind vier große Kartons zusammengekommen (auf dem Foto ist nur eine kleine Auswahl). Ich habe zu Ron schon angekündigt, dass ich später mal mit nur einem einzigen Karton auswandern werde, wenn es so weit ist. Er hält das für extrem ambitioniert, aber mal ehrlich: Wenn man erst im Rentenalter auswandert, um dort entspannt die letzten Jahrzehnte zu verbringen, was braucht man da groß außer ein paar Lieblingsstücken? Ich übe jedenfalls schon mal fleißig!

Wenn DHL das Ausmisten zu wörtlich nimmt (Spoiler: Danke für nichts!)
Wo wir gerade beim Thema „Sachen, die das Haus verlassen“ sind: DHL hat das im Mai leider etwas zu wörtlich genommen – allerdings auf die ganz schmerzhafte Tour. Es wurde doch tatsächlich ein wichtiges geschäftliches Paket von mir komplett verbummelt. Der rein materielle, dreistellige Verlust ist schon verdammt ärgerlich, aber was mich richtig wütend und traurig macht: Es waren echte Unikate enthalten, die man eben nicht einfach neu kaufen oder ersetzen kann. Die standardisierte, automatisierte Antwort auf meinen Nachforschungsauftrag, ich solle mir „keine Sorgen machen“ und ihnen einfach Zeit geben, setzt dem Ganzen im Grunde nur noch die Krone auf. Manchmal verliert man, manchmal gewinnen die anderen – und manchmal schluckt die Post einfach deine Herzensprojekte…

Kulinarische Schatzsuche: Lebensmittelrettung in OHZ
Während DHL also fleißig Pakete verschwinden lässt, haben wir an einer anderen Front wertvolle Dinge gerettet: Lebensmittel! Zu unseren Bremer Zeiten haben wir das regelmäßige Abholen von überschüssigen Leckereien über Apps wie Too Good To Go absolut lieben gelernt. Hier in OHZ war die Auswahl bisher leider ziemlich mau, aber seit kurzer Zeit machen endlich auch die ersten Geschäfte bei uns in der Region mit. Das mussten wir im Mai natürlich direkt ausnutzen und haben ordentlich zugeschlagen. Die Ausbeute war einfach phänomenal: Von bergeweise frischem Gemüse über knackige Salate bis hin zu einer riesigen Auswahl an Brötchen, Brot und süßen Teilchen war alles dabei. Es fühlt sich einfach jedes Mal verdammt gut an, absolut genießbare Sachen vor der Tonne zu bewahren – und verdammt lecker war es obendrein!

Schwebende Angst und ein 16. Geburtstag: Unsere Katzen Aronia & Minou
Das emotional schwerste Thema dieses Monats war Aronia. Beim Abend-Schmusen – ganz normales Bauchkraulen, nichts Besonderes – spürte ich plötzlich eine geschwollene Zitze. Mein Magen zog sich sofort zusammen. Die Tierärztin bestätigte den Verdacht: Tumor.
Ab da lief alles sehr schnell. Wir haben nicht gezögert und der OP zugestimmt. Ron war am OP-Tag kaum ansprechbar vor Sorge – diese Mischung aus Ungewissheit und Warten ist das Schlimmste. Als unsere Mieze dann benommen, aber heil wieder zu Hause auf dem Sofa lag, konnte auch das Herrchen endlich aufatmen. 🐱

Der Tumor wurde vollständig entfernt. Die Erleichterung hielt allerdings nur bis zum Fädenzieh-Termin – der pathologische Befund war eindeutig: bösartig. Da beim Schneiden kaum Spielraum für großzügiges Gewebe blieb, bleibt die Angst nun unser stiller Mitbewohner. Es kann jederzeit zu einer Neubildung kommen. Das fordert uns – finanziell und emotional. Gleichzeitig kämpft Aronia noch mit einer Schilddrüsenüberfunktion und Arthrose. Wir hoffen, kontrollieren und kraulen regelmäßig den Bauch.

Und dann war da noch Minou, die ihren 16. Geburtstag gefeiert hat! ✨ Sechzehn. Für eine Katze mit hohem Blutdruck und beginnender Arthrose ist sie erstaunlich fit und unverschämt gut drauf. Ein echter Lichtblick.

Kleines Extra: Beide Katzen bekommen jetzt eine 3-Monats-Spritze gegen die Arthrose statt der monatlichen Dosis. Weniger Tierarzt-Stress für die Fellnasen, weniger Kosten für uns – das ist ein echtes Win-Win. 🙂
Wo wir gerade bei den Fellnasen sind: Im Mai durfte auch ein großes Paket voller Liebe (und dringend benötigtem Futter!) auf Reisen gehen. Da mir das Schicksal der Tiere, die noch auf ihr großes Glück warten, unglaublich am Herzen liegt, habe ich ein großes Spendenpaket für die Tierauffangstation OHZ gepackt. Neben einer ordentlichen Portion Futter und ein bisschen Spielzeug durfte eine persönliche Note natürlich nicht fehlen. Also habe ich mich kurzerhand hingesetzt und eine eigene kleine Grußkarte gezeichnet – ein dickes, von Herzen kommendes „DANKE!“ an die wunderbaren Menschen vor Ort, die dort tagtäglich so großartige Arbeit für die Notfellchen leisten. Es tat einfach richtig gut, ein kleines bisschen Mai-Glück weiterzugeben.

Kurzabenteuer, Pen & Paper und funkelnder Schmuck
Der Monat startete mit einer Runde Gammaslayers. Da die Spielleiterin wenig Zeit hatte, waren es gerade mal zwei Stunden – ungewohnt kurz, irgendwie unfertig. Aber Ron und ich haben den schwülen Mittag danach einfach mit einem dicken Eis ausklingen lassen. Manchmal ist das die beste Lösung.

In der Kreativwerkstatt für RoBo-Abenteuer lief es trotz allem. Für den kommenden Onlineshop haben wir Schmuck designt, auf den ich wirklich stolz bin – Halsketten und Schlüsselanhänger sind fertig, Armbänder folgen demnächst. Die Stücke haben so viel Charakter, dass sie nicht nur am Spieltisch eine gute Figur machen. Ich freue mich sehr darauf, sie endlich zu zeigen. ✨
Von Energievampiren und dem Mut zur Abgrenzung
Meine Schwiegermutter hatte Geburtstag. Nach ihrem 66., mit richtig großer Feier, hatte sie eigentlich verkündet: „Danach feiere ich nichts mehr!“ – sie hat es nicht durchgehalten. Es gab ein großes Grillfest, das Ron und ich bewusst nicht besucht haben. Auf der Gästeliste stand eine Person, die ich aus tiefstem Herzen verabscheue. Begegnungen mit diesem Energievampir werfen mich oft noch wochenlang aus der Bahn – das ist kein Drama, das ist schlicht meine Realität. Dieses Jahr heißt es: Selbstschutz geht vor.
Stattdessen haben wir sie direkt an ihrem Geburtstag besucht und entspannt zusammen gegessen. Als Geschenk gab es ein kleines Bäumchen für die Terrasse – sie hat sich riesig gefreut. So geht schön, ohne Stress.

Zum Monatsende sind wir dann noch auf den Hund gekommen – im wörtlichen Sinne. 😄 Meine Schwiegereltern hatten Verpflichtungen im Schützenverein, also durften Ron und ich Hündin Hera hüten. Die Spaziergänge mit Hera waren genau das Richtige: einfach laufen, Kopf frei kriegen, nicht denken.

Schwiegermama hat mich nebenbei noch erfolgreich zum Kuchenbacken rekrutiert.

Frühschwimmen im „Taucherkeller“
Bevor uns das große Unwetter beim Spaziergang eiskalt erwischte, kündigte sich das Wasserthema des Tages schon im Kleinen an. Weil es vor dem Sturm noch richtig warm war, stiegen wir in den Keller hinab, um Heras Planschbecken hochzuholen. Dort angekommen, erwartete uns allerdings schon eine kleine, unfreiwillige Indoor-Badestelle. Wir scherzen ja gerne, dass das hier unser „Taucherkeller“ ist – historisch bedingt, weil meine Schwiegereltern dort früher tatsächlich ihre Tauchausrüstung gelagert hatten. Diesmal machte der Raum seinem Namen aber alle Ehre, da ein wenig Wasser auf dem Boden stand. Hera hat die Gelegenheit natürlich sofort beim Schopf gepackt und die Pfütze kurzerhand als ihr persönliches Vor-Planschbecken eingeweiht. Warum auch warten, bis man im Garten steht?

Land unter beim Hera-Sitting (Frühling geht anders!)
Ein Abend während unseres Hera-Sittings hat sich ganz besonders tief in unser Gedächtnis eingebrannt. Wir starteten unseren Spaziergang bei herrlichstem, warmem Sonnenschein, doch auf halber Strecke brach plötzlich ohne Vorwarnung ein heftiges Gewitter über uns herein. Klitschnass und zitternd trotteten wir alle drei durch den eiskalten Regenguss und den peitschenden Sturm nach Hause. Und als ob das nicht schon ungemütlich genug gewesen wäre, ist mir doch tatsächlich 20 Meter vor der Haustür ein herabstürzender Ast direkt auf den Kopf geknallt! AUA! Zum Glück ist uns dreien außer einer schmerzhaften Beule nichts Schlimmeres passiert, aber unsere Nachbarn hat es leider richtig hart getroffen: Bei ihrem aktuellen Dachausbau hat der Sturm die Plane weggerissen, das Wasser lief direkt in die Wohnung und sie mussten das meiste der Dämmwolle komplett entsorgen. Nur noch mal zur Erinnerung an das Wetter-Universum: Wir haben Mai und Frühling, nicht tiefsten November-Herbst!

Die große Teich-Rettung (Oder: Mission Entenschnotter)
Auch im Garten haben wir uns ausgetobt und den Versuch unternommen, den Gartenteich unter all dem Grün wiederzufinden. Meine Eltern haben zu dem darauf schwimmenden Zeug früher immer liebevoll „Entenschnotter“ gesagt – botanisch nennt sich das Ganze wohl Entengrütze, aber die familiäre Bezeichnung kriegt man einfach nicht mehr aus dem Kopf! Zumindest unsere Enten haben das damals richtig gerne gefressen und weggemampft wie die reinsten Delikatessen. Für mich hieß es im Mai jedenfalls: Kescher frei und fleißig abschöpfen, bis man wieder echtes Wasser sieht. Eine schweißtreibende, aber am Ende unfassbar befriedigende Angelegenheit!

Puh… Ich glaube, das war es jetzt aber auch wirklich. Was für ein Mai! Es ist schon verrückt: Bevor ich mich an diesen Rückblick gesetzt habe, dachte ich doch tatsächlich noch kurz: „Na ja, diesen Monat war ja eigentlich gar nicht so viel los.“ 😀 Erst beim Aufschreiben merkt man wieder, wie viel Slapstick, Abenteuer, Frust und wunderschöne Momente das Leben in nur vier kurze Wochen quetschen kann. Langweilig wird es hier jedenfalls nie! 😅
Was bringt der Juni?
Hera und ich haben im nächsten Monat beide Geburtstag – das ist schon mal ein guter Anfang. Den Rest lasse ich auf mich zukommen. Ich hoffe auf mildere Temperaturen als diese schwülstigen 32° C und vor allem auf deutlich weniger Krankheiten für Mensch und Tier. Das wäre schön. 🙂
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