(Werbung) Freundschaft, eine Prise Magie und das Erwachsenwerden: In „Vier Hexen und ein Zufallszauber“ von Marie Braner, erschienen im Thienemann Verlag, stolpern vier Freundinnen in ein modernes Hexenabenteuer. Die Geschichte punktet mit greifbaren Figuren, charmanten Ideen und Humor, lässt aber im turbulenten Finale ein paar logische Fragen offen.
Das Buch
- Autorin: Marie Braner
- Titel: Vier Hexen und ein Zufallszauber
- Erscheinungsdatum: 26.08.2026
- ISBN: 9783328304005
- Verlag: Thienemann Verlag

Worum geht es in „Vier Hexen und ein Zufallszauber“?
Als plötzlich Liz in der vertrauten Clique auftaucht, ist Tessa wenig begeistert – vor allem, weil ihre Freundinnen sie scheinbar hintergangen haben. Doch der Teenager-Konflikt tritt schnell in den Hintergrund: Bei einer nächtlichen Schnitzeljagd stoßen die Mädchen auf verborgene Geheimnisse, geheimnisvolle Lichter im Wald und ungeahnte magische Kräfte, die sich auf denkbar unpassende Art offenbaren. Bald müssen sie zusammenhalten, um ihre neuen Fähigkeiten zu ergründen und das Rätsel um die mysteriöse Iris und eine geheimnisvolle Villa zu lüften.
Starke Charakterdynamik und herzerwärmende Momente
Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre nahbaren Figuren. Tessas anfänglicher Frust über den Neuzugang Liz ist emotional völlig nachvollziehbar. Schön ist dabei, wie sich die Annäherung der beiden entwickelt – auch wenn es schade ist, dass Tessa erst Mitgefühl entwickelt, als Liz selbst von ihrer Trauer berichtet, obwohl die Freundinnen das Thema schon früher erwähnt hatten. Jeder Mensch trägt eben sein eigenes Päckchen, ohne Mitleid einfordern zu wollen.
Ein echtes Highlight ist die Beziehung zwischen Tessa und ihrer Oma: Wie liebevoll sie sich um sie kümmert, ist ungemein herzerwärmend. Und wer selbst mit Katzen zusammenlebt, wird den Kater Ombrosius sofort ins Herz schließen. Er ist herrlich realistisch, eigensinnig und treffend geschrieben.
Kreative Ideen und kleine Klischees
Die Schnitzeljagd mit den Leuchtsternen ist eine wundervolle Idee – auch wenn man sich insgeheim fragt, ob Sterne auf fremden Briefkästen im echten Leben nicht längst abgerissen worden wären. Auch das Zusammenspiel mit den Glühwürmchen und die bildgewaltige Beschreibung des Freskos (mitsamt der passenden Illustration im Buch) bleiben im Gedächtnis.
Ein kleiner Wermutstropfen: Ausgerechnet eine Uhu als magisches Tier einzusetzen, ruft unweigerlich Vergleiche mit bekannten Zauberer-Reihen hervor – hier hätte ein anderes Tier für etwas mehr Eigenständigkeit gesorgt. Dass die scheinbar „böse“ Pflanze nicht weiter erforscht wurde, war ebenfalls schade, denn Neugier weckt das Buch an vielen Stellen.
Logiklücken im turbulenten Finale
So flüssig und mitreißend der Schreibstil ist, so stolpert das Finale leider über ein paar Anschluss- und Logikfehler:
- Liz betritt mit anderen die Schule, woraufhin Cleo den Eingang komplett zuwuchern lässt, damit niemand entkommt. Wenige Augenblicke später steht Liz jedoch völlig unbemerkt wieder draußen bei der Gruppe.
- Wie die geschwächte Tessa nach den Ereignissen eigentlich zur Villa gelangt ist (wurde sie getragen, hat Iris geholfen?), bleibt völlig unklar.
- Auch die Szene, in der das Dach in unzählige Teile zerbirst und Tessa bestimmte Funken fängt, wirkt verwirrend.
- Zudem fiel eine unschöne Textdopplung auf: Der Satz „Tessa wurde abwechselnd heiß und kalt.“ taucht kurz hintereinander zweimal auf.
Mein Fazit: Für wen lohnt sich das Buch?
Trotz der offenen Fragen und kleinerer Logikpatzer im Showdown ist „Vier Hexen und ein Zufallszauber“ ein gelungener, moderner Reihenauftakt. Die Mischung aus Teenie-Alltag, Humor und frischer Magie macht einfach Spaß. Das Ende mit der sich öffnenden Tür macht definitiv neugierig auf Band 2. Wer magische Freundschaftsgeschichten mit sympathischen Ecken und Kanten mag, wird hier bestens unterhalten.