Manche Monate plätschern leise vor sich hin, und andere schütten innerhalb von 30 Tagen gefühlt ein ganzes Jahr an Emotionen, Terminen und Überraschungen über einem aus. Der Juni gehörte definitiv zur zweiten Kategorie! Zwischen Sorgen um Aronia, gesundheitlichen Wendepunkten, kreativen Meilensteinen und ganz viel Sommer-Chaos gab es kaum Zeit zum Durchatmen.
Hier ist mein Rückblick auf einen Juni voller Höhen, Tiefen und Geschichten, die das Leben halt so schreibt. 😉
Schlaflose Nächte und ein Stein, der vom Herzen fällt
Der emotional schwerste Moment im Juni betraf unsere Katze Aronia. Die Mieze hatte plötzlich drei Tage lang absolut nichts gefressen. Und wie es das Schicksal so will, passiert so etwas natürlich exakt am Wochenende! Wer Tiere hat, kennt die schlaflosen Nächte und die extremen Sorgen, die einen da auffressen.
Am Montag ging es auf direktem Weg zur Tierärztin. Da Aronia Krebs hat und ihr erst im Vormonat ein bösartiger Tumor aus der Milchleiste operiert wurde, steht man in so einer Situation sofort unter Strom. Man weiß einfach nie, wie es weitergeht und was als Nächstes passiert. Zur Sicherheit bekam sie eine Spritze gegen eventuelle Schmerzen, etwas zum Appetitanregen und wurde mehrmals gepiekst, um ihren Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen, da sie stark dehydriert war – das tat mir beim Zusehen im Herzen weh. Zudem stand die Vermutung im Raum, dass etwas mit der Bauchspeicheldrüse sein könnte, weshalb sie nun kalorienreduziertes Futter benötigt.
Wieder zu Hause sammelte sie erst einmal eine große Spucke und wollte immer noch nicht fressen. Aber zwei Stunden später zeigte sie zum Glück wieder ein bisschen Appetit. Die Erleichterung war unbeschreiblich! Am nächsten Tag mussten wir zwar noch einmal hin zum Flüssigkeit Auffüllen und sie kassierte erneut drei Pieckser, aber die Hauptsache ist: Sie frisst wieder. 🙏

Gesundheit, Orthopäden & der Mythos Barfußschuhe
Auch bei mir ging es gesundheitlich weiter. Ich habe nun endlich meine angepassten Einlagen für die Schuhe. Nach meiner Fersenbeinfraktur (Platzhalter: Blogbeitrag zur Fersenbeinfraktur verlinken) hatte der Orthopäde mir diese wegen einer Fehlstellung direkt verordnet, sobald ich wieder laufen kann. Ich war erst skeptisch, aber sie sind überraschend bequem und meine Rückenschmerzen sind seitdem spürbar besser geworden!
Gleichzeitig gab es ein großes Aha-Erlebnis: Barfußschuhe sind für mein Fußproblem absoluter Mist! Ich hatte sie eine Zeit lang getragen und mir damit wohl meine Haltung und die Füße ziemlich ruiniert. Mein Orthopäde hat mich extrem davor gewarnt. Die ganzen Jubelberichte im Netz, wie genial Barfußschuhe angeblich sein sollen, stimmen so paushal einfach nicht.
Was die Wissenschaft sagt: Untersuchungen im Journal of Foot and Ankle Research zeigen, dass der abrupte Wechsel auf minimalistisches Schuhwerk ohne gezielte Gewöhnung und bei individuellen Fehlstellungen das Risiko für Überlastungsschäden wie Stressfrakturen oder Plantarfasziitis massiv erhöht.
Ganz schmerzfrei bin ich allerdings noch lange nicht. Mit der Fraktur habe ich laut Arzt wohl noch bis Ende des Jahres zu kämpfen, und Wassereinlagerungen in den Beinen und Füßen sorgen bei zu viel Bewegung schnell für Druck und Schmerzen. Schmerzfrei lange spazieren gehen ist leider noch nicht drin. Wie das Ganze mit meinen Füßen überhaupt angefangen hat und warum ich zwischendurch fast mit einem Schild um den Hals herumgelaufen wäre, kannst du übrigens in meinem Monatsrückblick Mai 2026 nachlesen.
Wetterkapriolen & Migräne-Flucht ins Wohnzimmer
Wettertechnisch war im Juni im Norden gefühlt alles dabei – von Herbststürmen über Dauerregen bis hin zur ersten extremen Hitzewelle. Mein Büro liegt direkt unter dem Spitzboden, weshalb es dort oben schlicht unerträglich heiß wurde und an Bildschirmarbeit nicht zu denken war.
Der schwankende Luftdruck schlug mir zudem extrem auf den Kopf und sorgte für vermehrt Migräne. Wer auch darunter leidet, findet vielleicht hier ein paar hilfreiche Impulse: Gewitter im Sommer: Meine Tipps bei Migräne mit Aura.
Ich bin kurzerhand ins Wohnzimmer ausgewichen. Mit dem Turmventilator im Dauerbetrieb ließ es sich dort halbwegs aushalten. Da ich dort allerdings nicht vernünftig am Computer arbeiten konnte, habe ich mich stattdessen voll auf Brainstorming, Schreiben und Kunst konzentriert. 🎨✍️
Neues aus der Schreibstube: Bücher, Hörproben und Lyrik
Trotz Hitze und Trubel hat sich schreiberisch im Juni erstaunlich viel bewegt! Ein großer Meilenstein war das Erscheinen der zweiten Auflage meines Romans Das stille Vermächtnis. Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, wenn ein Buch diesen Weg weitergeht. Wer neugierig ist oder mehr über das Buch erfahren möchte, findet hier alle Infos und Hintergründe zu Das stille Vermächtnis.
Außerdem habe ich es endlich geschafft, meine Kurzgeschichte Rost und Reue einzulesen. Die Geschichte wurde ursprünglich in einer Anthologie veröffentlicht, und in Absprache mit dem Marburger Verein für Phantastik durfte ich die Tonaufnahme machen. Die kurze Lesung kannst du dir jetzt als YouTube Short anhören.
Zudem ist im Juni eines meiner Gedichte in dem Spendenband Gedichte gegen die Kriegstüchtigkeit erschienen, an dem insgesamt 21 Autorinnen mitgewirkt haben.

Und als wäre das nicht schon genug Trubel gewesen, schaffte ich es trotz der Hitze tatsächlich noch, zwei komplett neue Kurzgeschichten zu schreiben:
Dunkel genug für Sterne
Amalie geht nachts durch das Teufelsmoor – und merkt zu spät, dass sie nicht allein ist. Das Licht der neuen LED-Laternen schützt sie nicht. Es leuchtet sie aus.
Was folgt, ist eine Entscheidung: raus aus dem Lichtkegel, rein ins Schwarze. Ins Moor, ins Nasse, ins Unbekannte – dorthin, wo ihr Verfolger blind ist und sie es bald nicht mehr sein wird.
Eine Kurzgeschichte über Dunkelheit als Verbündete, über Rhodopsin und Johanniskäfer, über das stille Licht, das nur dann leuchtet, wenn wir aufhören, es zu stören.
Die Dividende des Abgrunds
Ein Architekt beobachtet aus einem sterilen Kontrollraum, wie sein Meisterwerk versinkt. Nicht aus Trauer. Aus Kalkül. „Die Dividende des Abgrunds“ ist ein Prosatext über die Perversion moderner Wertschöpfung – und den Moment, in dem Zerstörung zur reinsten Form der Rendite wird.
Bürokratie-Wahnsinn: Passierschein A38 lässt grüßen
Ein Dauerbrenner-Thema: Ich kämpfe noch immer mit den Ämtern – man kommt sich wirklich vor wie bei Asterix auf der Suche nach dem Passierschein A38! 😅
Aktuell warte ich bis heute auf Rückmeldung vom Finanzamt bezüglich meines Einkommensbescheids. Auf diesen wartet wiederum die Krankenkasse. Und weil ich meine Anstellungszeiten wegen der Rente gemeldet habe, war die Deutsche Rentenversicherung so frei, den ganzen Vorgang an die Künstlersozialkasse weiterzureichen. Jeder wartet auf jeden, keiner entscheidet etwas und ich hänge mittendrin. Ich habe ja schon die Theorie, dass das in Deutschland mit Absicht so gemacht wird, damit man bloß im Angestelltenverhältnis bleibt und sich ja nicht selbstständig macht! Es kann doch nicht sein, dass einem so viele Steine in den Weg gelegt werden.
Besonders überfordert wirken Behörden offenbar, wenn man freiberuflich und gleichzeitig gewerblich tätig ist. Das deutsche System kommt ohne feste Schubladen einfach nicht aus. Da ich Telefonate am liebsten vermeide, steht meine Deadline im Kalender: Ist diese verstrichen, geht das Ganze per Einwurf-Einschreiben samt Fristsetzung raus. Behörden sind schließlich zur Mitwirkung verpflichtet – zur Not bleibt sonst irgendwann die Untätigkeitsklage. Mit Klagen kennen ich mich ja inzwischen aus.
Vorsorge geregelt, Ausmisten & Garagen-Update
Ein Thema, das ich mir schon seit über einem Jahr vorgenommen hatte, ist nun endlich abgehakt: Ich habe sämtliche Vorsorgeunterlagen komplett ausgefüllt. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Organspendeausweis und die digitale Registrierung im zentralen Vorsorgeregister – alles steht! Selbst für unsere Katzen ist genau geregelt, was passiert, wenn mir UND meinem Mann etwas zustößt. Das Ganze hat gar nicht lange gedauert und gibt ein unglaublich beruhigendes Gefühl. Was jetzt noch fehlt, ist das Testament, aber auch das gehe ich demnächst an.
Wenn man schon mal Zeit hat und sich wieder bewegen kann, muss das natürlich auch zum Ausmisten genutzt werden. Meine Schwiegermutter und ich haben stundenlang Zeug an die Straße gestellt und Sperrmüll angemeldet. Zuerst dachte ich noch skeptisch, ob die das überhaupt alles mitnehmen, aber juhu – es ist alles weg! 🙌

Parallel lief der Verkauf über Kleinanzeigen erstaunlich gut. Wir haben unseren alten Laserdrucker als Ersatzteilspender abgegeben, unseren großen Minibackofen verkauft (da wir ohnehin fast alles im Airfryer machen) und ein Set Weingläser an eine nette Dame abgegeben. Sie sucht Gläser für ein Gartenfest und kauft sonst öfter Eier. Das nette Gespräch mit ihr hat mich direkt dazu inspiriert, neue Gartendeko zu basteln, die demnächst in meine Verkaufsgarage wandert.
Apropos Garage: Für den Umbau unserer Garage zum Selbstbedienungsstand wurden bereits die Wandbauplatten geliefert, damit unserer privat genutzter Bereich später sauber abgetrennt ist. Da die Handwerker ausgebucht sind und eine neue Seitentür derzeit Lieferschwierigkeiten hat, verschiebt sich der Start zwar leider von Juni auf Juli, aber der Grundstein ist gelegt.

Und als die Technik zwischendurch für zwei Tage komplett streikte und das Internet ausfiel, habe ich die unfreiwillige PC-Pause einfach genutzt, um ausgiebig in der Wohnung rumzuwuseln und Klarschiff zu machen. Das hat sich richtig gut angefühlt!
Mein 45. Geburtstag: Erdbeeren, Nostalgie & Pannen
Ich bin im Juni 45 geworden! Wie jedes Jahr an meinem Geburtstag war es natürlich viel zu heiß (während es an Rons Geburtstag im Februar verlässlich schneit). Weil an meinem Ehrentag und in den Tagen danach extrem viel passiert ist, habe ich dem Ganzen einen eigenen ausführlichen Artikel gewidmet.
👉 Lust auf die ganze Geschichte? Den ausführlichen Geburtstagsbericht mit allen Pannen und Highlights findest du hier: Mein 45. Geburtstag: Chaos, Highlights und Erdbeer-Momente
Ganz ohne Einblicke lasse ich dich hier aber natürlich nicht! Wir waren unter anderem bei Karls Erlebnisdorf frühstücken und haben ziemlich kuriose Sachen probiert – von rosa Erdbeerbrötchen über Laugenecken mit Erdbeer-Käsesoße bis hin zu Pommes mit Vanillesoße und Parmesan. Das meiste davon war ehrlich gesagt absolut gewöhnungsbedürftig bis igitt. 🤢
Später überraschte mich meine Schwiegermutter dann mit einem Geschenk, das ich mir schon ewig gewünscht hatte: ein altes, original bespieltes Malefiz-Spiel aus einer Kleinanzeige! Genau so eines in der abgegriffenen Verpackung, wie wir es damals in der Grundschule auf Klassenfahrt hatten. (Psst: Eigentlich wusste ich schon Bescheid, aber es ging ja um die liebevolle Geste!).
Eine Woche später löste meine Schwiegermutter dann noch mein zweites Geschenk ein und wir fuhren morgens um 8:00 Uhr zum Erdbeeren pflücken. Das stand schon lange auf meiner Bucket List! Am Ende schleppte ich 2,4 Kilo süße Früchte nach Hause und habe sie stundenlang geputzt. Erinnerungen bleiben einfach, Dinge sind vergänglich. 🍓

Hunde-Geburtstag, Ausflüge & die kulinarische Entdeckung
Nicht nur ich hatte Grund zum Feiern: Hera, die Labradorhündin meiner Schwiegereltern, feierte ihren 8. Geburtstag – ihren ersten bei uns im Haus! Neben einem extradicken Leckerli bekam sie einen stabilen Hundepool mit 1,80 Meter Durchmesser. Ihr altes Planschbecken verlor nämlich dauernd Luft. Bei der Einweihung im Garten gab es eine nasse Abkühlung für den Hund (und unfreiwillig auch für mich, weil Hera sich herzhaft schüttelte!) sowie selbstgemachtes Hunde-Eis aus Hüttenkäse und Hundeleberwurst. 🐶🍦

Einen kleinen Ausflug gab es auch: Zusammen mit Mann und Schwiegereltern ging es auf den Mittelaltermarkt in Osterholz-Scharmbeck. Wegen der Hitze und meinen Kopfschmerzen sind wir allerdings ohne Gewandung hin. Leider war es dieses Jahr eher enttäuschend. Der Steinofen-Bäcker fehlte wie schon im Vorjahr, zum Schmieden war es mir viel zu heiß und kulinarisch gab es für Vegetarier kaum Auswahl. Ausser Schmalzkuchen gab es wenig, weshalb wir nicht lange blieben.
Dafür haben wir im Juni die App Too Good To Go für uns entdeckt, da mittlerweile auch bei uns in der Region einige Läden mitmachen. Ich habe direkt eine Mystery-Überraschungsbox ausprobiert – eine super Sache, um gute Lebensmittel vor der Tonne zu retten!

Das kulinarische Highlight des Monats haben Ron und ich aber selbst erfunden. Irgendwann kam die Idee auf, Krautsalat auf die Pizza zu packen. Am Ende landeten auf unserer ganz normalen Tiefkühl-Pizza Margherita noch saure Gurken, vegane Würstchen, Krautsalat und Käse. Unsere selbstkreierte Hotdog-Pizza mit Krautsalat klang zwar völlig absurd, war aber verdammt lecker und wird definitiv wiederholt! 🍕😋

Mein Fazit zum Juni
Der Juni war eine wilde Achterbahnfahrt zwischen Sorgen, behördlichem Geduldstraining, kreativen Erfolgen und lauter kleinen Sommermomenten. Aber genau diese bunten Mischungen machen das Leben aus.
Wie war dein Juni? Musstest du dich auch mit Hitze, Bürokratie oder spontanen Pannen herumschlagen? Schreib es mir unbedingt in den Kommentaren!
Hallo Roswitha,
in deinem Juni-Rückblick lese ich so einige Punkte, die mich im Juni auch beschäftigt haben: die Sorgen um das geliebte Tier oder auch die wilden Wetterlagen. Ich hoffe, deiner Katze geht es wieder gut.
Viele Grüße
Johanna