Der September war leise und laut zugleich.
Er begann mit einem Moment voller Nähe, brachte Sorgen, die sich nachts breitmachen, und endete mit kreativer Energie, die sich nicht unterkriegen lässt. Kein Monat der großen Knalle – aber einer, der bleibt. Und der mir wieder gezeigt hat: Die Welt muss bunter werden, auch dann, wenn sie gerade ziemlich grau wirkt.
Hochzeitstag – zwei Jahre Wir
Der September startete mit einem ganz besonderen Datum: unserem Hochzeitstag.
Seit 2023 sind wir verheiratet – und ja, das fühlt sich immer noch richtig gut an. Kein großes Brimborium, kein Tamtam, sondern dieses stille, warme Gefühl von Zusammengehörigkeit. Zwei Jahre „Wir“, und hoffentlich noch sehr viele mehr. 💛

Aronia: Wenn plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist
Dann kam der Teil des Monats, der alles überschattete.
Aronia fraß erst weniger – und dann gar nichts mehr. Natürlich an einem Wochenende. Schlaflose Nächte, ständiges Lauschen, Sorgen, die sich nicht abschütteln lassen.
Sobald es ging, fuhren wir zur Tierärztin. Untersuchungen, Blutabnahme, banges Warten. Die Diagnose: Schilddrüsenüberfunktion, vermutlich zusätzlich etwas mit der Bauchspeicheldrüse.
Jetzt gibt es Spezialfutter, zweimal täglich Tropfen und weiterhin die monatliche Arthrosespritze.
Es ist viel. Für sie – und für uns.
Umso größer war die Freude, dass Aronia Ende des Monats Geburtstag hatte. Ein Geburtstag, der sich wie ein Geschenk anfühlte. Weil sie da ist. Weil wir feiern durften. 🐱🖤

Weniger Termine, mehr Luft
Eigentlich war der September vollgepackt: Arzt, Zahnarzt, Ultima‑Ratio‑Runde.
Und dann fiel irgendwie alles aus. Krankheit, Urlaub, Personalmangel – plötzlich war der Kalender leer.
Erst irritierend. Dann erstaunlich befreiend.
Keine Rennerei, kein „noch schnell“. Einfach Raum. Und Zeit. Für Gedanken. Für Durchatmen.
Blutmond ohne Magie
Eine totale Mondfinsternis wurde angekündigt – Blutmond, Drama, Gänsehaut.
Hier im Norden: nichts. Keine Farbe, kein Zauber, nur Wolken.
Schade. Aber manchmal ist das Leben eben eher „grau in grau“ als kosmisches Spektakel.
Kinofest: gutes Essen, schlechter Film
Wir nutzten das Kinofest für einen Ausflug ins kleine Kino hier im Ort – vorher noch lecker beim Lieblingsitaliener gegessen. Der Abend begann vielversprechend.
Der Film allerdings: Conjuring 4 – Das letzte Kapitel.
Kurzfassung: selten so gelangweilt. Die Nachos waren eindeutig der Star des Abends.
Aber hey – Kino bleibt Kino, selbst wenn der Film enttäuscht.
Warntag & offene Fragen
Beim bundesweiten Warntag funktionierte bei mir alles: Sirene, Smartphone, Warnmeldung.
Doch beim späteren Nachfragen zeigte sich ein Problem: Viele Anwohner wussten gar nicht, wohin sie im Ernstfall gehen sollten.
Warnen ist gut. Wissen, was dann zu tun ist, wäre besser. Da ist definitiv noch Luft nach oben.
Gratisrollenspieltag – Bühne frei für NPCs
Der Gratisrollenspieltag führte uns in den Nerdladen der Stadt.
Ron leitete eine Runde Trouble Shooters mit komplett fremden Mitspielern – und ich probierte etwas Neues: Ich übernahm die NPCs. Nicht vorgelesen. Gespielt.
Stimmen, Rollen, kleine schauspielerische Ausbrüche – ich hatte irre Spaß. 😄
Die Spielenden fanden die Idee großartig, Neugierige blieben stehen, und für mich war klar: Das will ich wieder machen.
Beim nächsten Mal vielleicht sogar in Kostümen. Wär genau meins.
Als Erinnerung bekamen alle einen kleinen Magneten: Holzscheibe, eingebrannter Würfel, Aufschrift „Erinnerung +1“. Kam richtig gut an.
Kreativzeit: Holz, Farbe & große Vorhaben
Im September wurde wieder ordentlich gewerkelt – und ich habe mich für ein großes Projekt angemeldet: den Postkarten‑Adventskalender.
24 Karten gestalten – herausfordernd, aber genau mein Ding.
Gebrannt (Brandmalerei)
- Brettchen
- Herzen
- Schäufelchen
- Storytellingpunkte
- Magnete
Bemalt
- Holzkästchen
- Pflanzenroller
- Übertöpfe
Gemalt
- Ein Triptychon
Modelliert
- Blattschalen
- Dekoblätter
Geschrieben
Kurzgeschichten
Franzbrötchen für die Sterne
Jonas liebt sein ruhiges Bäckerleben – bis eines Abends unerwartete Besucher vor seiner Backstube stehen. Sie nennen ihn „Kind der Sterne“ und wollen ihn mitnehmen. Doch zwischen kosmischen Offenbarungen, dörfischem Klatsch und einem Teller Franzbrötchen muss Jonas entscheiden, wo er wirklich hingehört.
Schuldzins
In einer Stadt, deren Mauern aus Fleisch bestehen und Erinnerungen wie Wunden gespeichert sind, gilt nur eine Währung: das eigene Körpergewicht. Wer vergessen will, zahlt mit sich selbst. Wer mehr will, kauft fremde Erinnerungen – und verliert den eigenen Halt.
Doch die Stadt erhebt Zinsen. Wer nicht zahlt, bleibt.
Prosa
Die rebellische Traube
Im Weinberg träumen alle von Etiketten, Regalen und Goldrändern – doch eine kleine Traube will mehr als das.
Sie löst sich vom Bund und rollt durchs Dorf, vorbei an Bäckereien, Brunnen und Bürokratie.
Überall stößt sie auf Menschen, die wie sie gepresst werden – von Erwartungen, Regeln, Terminen.
Ein poetischer, leiser Aufbruchstext über Selbstbestimmung, Sehnsucht und die Süße des Unangepassten.
Ausblick
Der September war kein leichter Monat. Aber ein ehrlicher.
Er hat gezeigt, wie wertvoll Nähe ist, wie zerbrechlich Selbstverständlichkeiten sein können – und wie viel Kraft in Kreativität steckt.
Ich gehe in den Oktober mit dem Wunsch nach Ruhe, Inspiration und ein bisschen mehr Leichtigkeit.