(Werbung) Ein Neuanfang in einem fremden Land – für viele klingt das nach Fernweh und Abenteuer. Für Jens Kastner war es pure Notwendigkeit. In seinem autobiografisch geprägten Buch Fette Kois nimmt er uns mit auf eine Reise, die weit über Ländergrenzen hinausgeht. Es geht um Sucht, Selbstzerstörung, aber auch um Hoffnung, Heilung – und um die Kraft des Aufbruchs. Ein Buch, das berührt, ehrlich ist, aber nicht immer ganz den richtigen Ton trifft.
Das Buch
Jens Kastner
Fette Kois: Wie ein deutscher Suchtkranker sich in Taiwan neu erfindet
Erscheinungsdatum: 26.05.2025
ISBN: 9798289607782
Independently published

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Eindrücke: Zwischen Ehrlichkeit, Kulturschock und innerer Reise
Was mich gleich positiv überrascht hat: Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Seine Worte sind direkt, seine Geschichten ungeschönt – und genau das macht das Buch so authentisch. Kastner berichtet offen über seine Sucht, sein Scheitern, seine Flucht – und das ist mutig. Gerade für Menschen, die selbst mit Abhängigkeit kämpfen oder Angehörige haben, kann dieses Buch vielleicht wie ein kleines Licht wirken. Ein „Du bist nicht allein“.
Besonders gefallen haben mir die Einblicke in die Kultur Taiwans. Ich liebe es, wenn Bücher mich in andere Welten mitnehmen, mir neue Bräuche, Denkweisen und kulturelle Eigenheiten zeigen. Hier war das eine gelungene Abwechslung zum sonst recht schweren Thema. Die kulturellen Missverständnisse und Alltagserlebnisse in einem völlig anderen Lebensumfeld sorgen für die nötige Auflockerung und wecken die Neugier, mehr über Taiwan zu erfahren.
Trotzdem: Nicht alles hat mich komplett abgeholt. Die Geschichte schwankt – zwischen Langatmigkeit und mangelnder Tiefe. An manchen Stellen wünschte ich mir mehr Nähe, mehr Emotion, mehr „Erleben“ statt Erzählen. Gerade bei der persönlichen Transformation hätte ich mir gewünscht, dabei zu sein – mitzufühlen, statt nur zu lesen. Es fehlt manchmal dieses gewisse Etwas, das einen wirklich mitzieht.
Fazit: Bewegend, ehrlich, aber mit kleinen Schwächen
Fette Kois ist ein mutiges Buch über einen Neuanfang, der aus tiefster Verzweiflung entsteht. Jens Kastner zeigt mit seiner Geschichte, dass Veränderung möglich ist – auch wenn der Weg weit, steinig und manchmal einsam ist. Die kulturellen Aspekte Taiwans geben dem Buch eine besondere Note, die mir persönlich sehr gefallen hat. Dennoch hätte ich mir in der Erzählweise mehr Tiefe und Emotionalität gewünscht. Eine klare Empfehlung für alle, die sich für persönliche Geschichten, Suchtbewältigung und interkulturelle Erfahrungen interessieren – aber nicht auf der Suche nach Hochglanz-Prosa sind.