Zwischen Humor und Götter-Monologen: Wenn nordische Mythologie zur Geduldsprobe wird

(Werbung) Götterwelten, Humor und eine Prise Wahnsinn – das versprach Kein Weichei für Walhall von Michaela Dane. Als Fan nordischer Mythologie war ich sofort Feuer und Flamme. Keltisch-wikingerhafte Sagenwelt trifft Gegenwart? Klingt nach genau meinem Lesestoff! Doch leider blieb die Begeisterung nicht bis zur letzten Seite erhalten…

Das Buch

Michaela Dane
Kein Weichei für Walhall – Ein Walküren-Roman

Erscheinungsdatum: 12.05.2025
ISBN: 9783989131811
winterwork

Buchcover von „Kein Weichei für Walhall!“ von Michaela Dane – ein Walküren-Roman mit handgezeichneter Illustration einer Frau im Vordergrund und einer Reiterstatue im Hintergrund, skizzenhafter Stil in gedeckten Farben.
Ein ungewöhnlicher historisch-mythologischer Roman, der nordische Sagenwelt mit starken Frauenfiguren verbindet und dabei bewusst mit Erwartungen spielt. Rau, kantig und alles andere als glattgebügelt – ein Buch für Menschen, die Geschichte gern abseits des Mainstreams entdecken.

Wenn dich historische Stoffe, Mythen, starke Frauenfiguren oder ungewöhnliche Perspektiven auf vergangene Zeiten interessieren, lohnt sich ein Blick in den sozialen Onlinebuchhandel.
Bei buch7 findest du viele weitere Romane rund um Geschichte, Mythologie und historische Figuren – mit jedem Einkauf werden soziale Projekte unterstützt, für dich bleibt der Preis gleich. 🌈📚
HIER STÖBERN

Worum geht es in „Kein Weichei für Walhall“?

Heike, eine durchaus normale Frau mit einem durchaus gewöhnlichen Leben, wird plötzlich in eine absolut ungewöhnliche Situation katapultiert: Eine echte Walküre – namentlich Waltraud – steht vor ihrer Tür. Statt Netflix und Sofa heißt es ab sofort: Schicksal, Schwerter und Sagenwelt. Denn Heike ist offenbar auserwählt für eine besondere Mission, auch wenn sie selbst davon eher mittelbegeistert ist. Zwischen göttlichem Auftrag, Weltenwechsel und inneren Monologen bahnt sich eine Geschichte an, die Altes mit Neuem verknüpfen will – mit mehr oder weniger Erfolg.

Zwischen Humor und Monolog – meine Eindrücke

Die Grundidee des Buches ist richtig spannend. Als jemand, der sich seit Ewigkeiten mit Kelten, Wikingern und Göttergeschichten beschäftigt, fand ich die angekündigte Verknüpfung von Mythologie und moderner Welt richtig vielversprechend. Heike als Protagonistin bringt frischen Wind mit: Ihre Gedanken sind oft herrlich schnoddrig, mit einer guten Portion Selbstironie – das macht Spaß!

Weniger Spaß macht dagegen ihre göttliche Begleiterin. Waltraud ist das komplette Gegenteil: Schwermütig, getragen und viel zu ausufernd in ihren Erzählungen. Ganze Kapitel wirken wie Vorlesungen aus der Götterkunde – inklusive seitenlanger Monologe, bei denen selbst Heikes (seltene) Kommentare das Ganze nicht mehr retten können. Für Leser:innen, die mit nordischer Mythologie noch wenig Berührung hatten, mag das aufschlussreich sein. Für mich war es leider ermüdend – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Erzählweise.

Fazit: Walhall mit Stolpersteinen

Kein Weichei für Walhall hätte das Zeug gehabt, mich voll zu begeistern – mit Witz, Walküren und Weltuntergangspotenzial. Doch der Spagat zwischen humorvoller Gegenwartsprotagonistin und belehrender Götterbotin gelingt nicht durchgehend. Wer sich ganz neu in die Welt von Odin, Thor & Co. einlesen will, bekommt hier eine geballte Ladung Wissen serviert. Für Kenner:innen wie mich war es leider zu zäh. Schade, denn die Grundidee ist wirklich gut – aber die Umsetzung bleibt (für mich) auf halbem Weg stehen.

Schreibe einen Kommentar