Häusliche Intensivpflege am Limit: Ein wertvoller, augenöffnender Praxis-Guide für Angehörige

(Werbung) Das Thema Pflege betrifft uns fast alle irgendwann im Leben – sei es im engsten Familienkreis oder im schlimmsten Fall bei einem selbst. Ich hatte das große Glück, das Buch „Häusliche Intensivpflege am Limit“ von Patrick Kremer, das offiziell erst am 14. Juli 2026 erscheint, vorab vom Verlag zum Rezensieren zu erhalten. Das Thema hat für mich eine ganz persönliche Bedeutung: In meiner Kindheit hat meine Mutter meine Omi zu Hause gepflegt und später, als ich ein Teenager auf dem Weg zum Erwachsenwerden war, meinen Papa. Das alles lief damals komplett ohne Pflegedienst ab. Ich war damals mitten drin, habe alles hautnah mitbekommen und weiß aus dieser prägenden Erfahrung, was für eine extreme emotionale und körperliche Herausforderung die häusliche Pflege für die gesamte Familie – und ganz besonders für die pflegenden Angehörigen – ist. Nicht jeder kann das leisten. Ich habe erst letztens zu meinem Mann gesagt, dass es für mich – solange ich körperlich dazu in der Lage bin – niemals infrage käme, ihn irgendwo unterzubringen. Umso gespannter war ich auf diesen Ratgeber, der Unterstützung in diesen schweren Lebensphasen verspricht.

Das Buch

  • Autor: Patrick Kremer
  • Titel: Häusliche Intensivpflege am Limit: Der Survival-Guide für Angehörige – Pflegedienste durchschauen, Überlastung vermeiden und die Kontrolle behalten
  • Erscheinungsdatum: 14. Juli 2026
  • ISBN: 979-8894741338
  • Verlag: Remote Verlag
Das Sachbuch Häusliche Intensivpflege am Limit von Patrick Kremer steht auf einem hellen, flauschigen Teppich vor einem blau-gemusterten Kissen, während der weiße Plüschbär von hinten seine Pfoten auf das Buch legt.
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Worum geht es in „Häusliche Intensivpflege am Limit“?

Patrick Kremer widmet sich in seinem Sachbuch der extrem fordernden Welt der häuslichen Intensivpflege. Wenn professionelle Pflegedienste ins eigene Zuhause kommen, bricht das oft das gewohnte Familienleben auf. Der Ratgeber soll Angehörigen als eine Art Kompass dienen, um die Qualität von Pflegediensten realistisch einzuschätzen, Warnsignale für Überlastung oder Missstände frühzeitig zu erkennen und bürokratische sowie praktische Hürden erfolgreich zu meistern. Dabei steht der Schutz des Pflegebedürftigen ebenso im Fokus wie die psychische Gesundheit der pflegenden Angehörigen.

Großartige Struktur und schleichende Warnsignale

Was mir beim Aufschlagen als Erstes positiv aufgefallen ist, ist die hervorragende Struktur des Buches. Es ist sehr gut und übersichtlich aufgebaut. Der Autor unterteilt den komplexen Stoff in mehrere große Themenbereiche, die wiederum sinnvoll untergliedert sind. Dadurch wird man von dem schweren Thema nicht komplett erschlagen, sondern kann sich häppchenweise durcharbeiten.

Besonders spannend fand ich den Abschnitt über die Warnsignale, die anzeigen, wann man als Angehöriger dringend den Intensivpflegedienst wechseln sollte. Klar, es gibt Punkte, für die brauche ich persönlich kein Buch – dass man bei akuter Gefährdung des Angehörigen, Respektlosigkeit, Gewalt oder systematischen Dokumentationslücken sofort die Reißleine ziehen muss, versteht sich von selbst. Aber das Buch schärft den Blick eben auch für die ganz schleichenden Prozesse, die man im stressigen Pflegealltag vielleicht anfangs übersieht. Wenn beispielsweise die Pflegekräfte jede Woche wechseln, es ständig zu unentschuldigten Verspätungen kommt oder die Kommunikation wegbricht, sind das deutliche Zeichen dafür, dass der Pflegedienst komplett überfordert ist. Für die Angehörigen und den Patienten ist das eine untragbare Situation.

Ein Buch, das den Papierkram entwirrt und Phrasen meidet

Auch wenn wir damals ohne Pflegedienst gearbeitet haben, weiß ich, dass man zu Hause jede Unterstützung braucht, die man kriegen kann. Das betrifft vor allem den oft unterschätzten, gigantischen Papierkram, die Beantragung von Hilfsmitteln oder das Organisieren eines speziellen Pflegebettes. Hier bietet das Buch eine echte Hilfestellung.

Besonders berührt und überzeugt hat mich die Haltung des Autors zum Thema Selbstfürsorge. Er macht von vornherein unmissverständlich klar, dass er hier keine hohlen „Halten Sie durch!“-Floskeln predigt. Stattdessen betont er eindringlich, dass Selbstfürsorge kein Egoismus ist. Wenn du dich als pflegender Angehöriger schützt und Pausen einforderst, tust du das letztendlich auch für den Menschen, den du pflegst. Ein tolles interaktives Feature im Buch ist ein QR-Code, der zu einem Online-Selbsttest führt, mit dem man überprüfen kann, wie stabil die aktuelle eigene Pflegesituation eigentlich ist.

Lockerer Schreibstil mit direktem Praxisbezug

Ein dickes Lob verdient der Schreibstil. Patrick Kremer schreibt sehr locker, nahbar und empathisch. Dadurch macht das Lesen für ein Sachbuch trotz des harten und ernsten Themas richtiggehend Spaß und geht flüssig von der Hand.

Die Kapitel sind zudem extrem praxisorientiert gestaltet. Es gibt anschauliche Beispiele aus der echten Pflegepraxis, nützliche Checklisten zum direkten Abhaken und konkrete Handlungsempfehlungen, die man theoretisch und praktisch sofort im eigenen Alltag umsetzen kann.

Mein Fazit: Für wen lohnt sich das Buch?

Dieses Buch ist ein nützlicher Kauf für alle, die vor der Herausforderung stehen, ein Familienmitglied zu Hause mithilfe eines Pflegedienstes zu versorgen oder sich bereits mittendrin befinden. Es nimmt die Angst vor der Bürokratie, schützt vor der Ausbeutung durch überforderte Dienstleister und erinnert die Angehörigen an ihre eigene Gesundheit. Ein wirklich gutes, praxisorientiertes Sachbuch, das ich gerne weiterempfehle.

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