(Werbung) Schon der Titel schreit nach Chaos – und ja, Robin the Hood liefert genau das. Ein Kinderbuch mit ordentlich Action, viel Humor und einem durchweg flüssigen Schreibstil. Ich hatte gehofft, eine moderne, clevere Robin-Hood-Variante zu lesen. Bekommen habe ich ein überdrehtes Abenteuer mit fragwürdigen Botschaften. Unterhaltsam? Irgendwie schon. Problematisch? Leider auch.
Das Buch
Rüdiger Bertram
Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
Erscheinungsdatum: 22.10.2025
ISBN: 9783570182284
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Worum geht’s in Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt??
Robin ist nicht irgendein Dieb – er ist einer mit Ehrenkodex. Gemeinsam mit einer ziemlich schrägen Truppe plant er den ultimativen Coup: eine ganze Stadt zu stehlen! Mit dabei: ein Schaf beim Fallschirmsprung, eine Schneekugel mit einem tödlichen Virus, ein argloser Soldat – und jede Menge Chaos. Was als modernes Abenteuer daherkommt, entgleitet schnell in völlige Absurdität.
Flüssiger Stil, absurde Inhalte
Rüdiger Bertram schreibt angenehm locker, flott und mit einem Tempo, das gerade junge Leser*innen bestimmt bei der Stange hält. Aber genau dieses Tempo war mir manchmal zu viel des Guten. Es passiert Schlag auf Schlag – aber gerade deshalb fehlt Zeit zum Atmen, zum Nachdenken, zum Mitfühlen. Alles rauscht an einem vorbei.
Dazu kommt: Die Geschichte ist stellenweise so abgedreht, dass sie selbst für ein humorvolles Kinderbuch schwer zu schlucken ist. Ein Schaf am Fallschirm? Eine Killervirus-Schnitzerei? Eine Gefängnisinsel für eine alte Dame? Ich mag skurrile Ideen – aber hier war’s mir irgendwann einfach zu viel.
Wenn Diebstahl plötzlich cool ist
Was mir besonders unangenehm aufgefallen ist: Diebstahl wird hier ziemlich unreflektiert dargestellt.
Ja, Robin will das Geld den Armen geben – ganz nach der klassischen Sage. Aber in der Geschichte wird Stehlen regelrecht zelebriert. Es gibt keine wirkliche Auseinandersetzung mit den Konsequenzen, keine kritische Perspektive. Für ein Kinderbuch finde ich das bedenklich, gerade weil es hier nicht um harmlose Streiche, sondern um massive Straftaten geht, die wie coole Abenteuer verpackt sind.
Zeichnungen ohne Mehrwert
Im Buch finden sich zahlreiche kleine Illustrationen – was grundsätzlich schön sein kann. Leider wirken sie nicht immer passend zum Text und sind eher oberflächlich gehalten. Sie unterbrechen das Lesen mehr, als dass sie es bereichern. Schade, da wäre mehr drin gewesen!
Fazit
Robin the Hood will wild, witzig und modern sein – und trifft damit vielleicht genau den Nerv mancher junger Lesenden. Für mich war es aber zu übertrieben, zu unreflektiert und inhaltlich zu unstimmig. Ein netter Schreibstil kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier fragwürdige Botschaften fröhlich verpackt werden.