Da war doch nichts – Wenn Liebe zur Falle wird

Es gibt Bücher, die Mut erfordern – beim Schreiben wie beim Lesen. Da war doch nichts ist so eines.
Jakub Stanjura wagt sich an ein Thema, das in unserer Gesellschaft noch immer viel zu oft verschwiegen oder verharmlost wird: Gaslighting, psychische Gewalt und Manipulation in Beziehungen. Allein dafür verdient er Respekt.

Das Buch

Jakub Stanjura
Da war doch nichts

Erscheinungsdatum: 03.03.2025
ISBN: 9783899984385
216 Seiten, Anthea Verlag

Das Buch Da war doch nichts von Jakub Stanjura zeigt ein abstrakt gestaltetes Cover in warmen Gelb-, Orange- und Violetttönen. Der Titel steht in großen schwarzen Lettern diagonal über das Bild verteilt und vermittelt eine moderne, fast rätselhafte Stimmung.
In Da war doch nichts von Jakub Stanjura verschwimmen Realität und Erinnerung, Gegenwart und Vergangenheit. Ein literarisch vielschichtiger Roman, der mit Sprache und Wahrnehmung spielt und seine Lesenden zum Nachdenken über Wahrheit und Identität anregt.
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Worum geht’s?

Im Zentrum steht eine Beziehung, in der schleichend Grenzen verschoben werden – bis kaum noch jemand weiß, was eigentlich wahr ist. Der Roman zeigt die Auswirkungen von emotionaler Gewalt, Kontrolle und Machtmissbrauch auf sehr intensive Weise.
Was mich dabei überrascht hat: Die Geschichte geht stilistisch stark in Richtung Thriller, was ich beim ersten Blick auf den Klappentext nicht erwartet hätte.

Meine Eindrücke

Der Roman ist ohne Frage intensiv – manchmal sogar beklemmend.
Wer Schwierigkeiten mit Themen wie Gaslighting oder Gewalt hat, sollte hier vorsichtig sein.
Stanjura schreibt philosophisch, reflektiert und sprachlich anspruchsvoll, was gut zur Einordnung unter „Literatur“ passt. Trotzdem fiel mir der Einstieg schwer.

Die Erzählstruktur ist ungewöhnlich: Jedes Kapitel spielt im August – nur in unterschiedlichen Jahren. Dazwischen passiert offenbar einiges, das für die Handlung wichtig ist, aber nicht direkt erzählt wird. Das macht den Roman spannend, aber auch anstrengend, weil man oft mehr raten als lesen muss.

Was mir gefehlt hat, war eine Reflexionsebene.
Das Buch zeigt sehr eindrücklich, was Gaslighting mit einem Menschen macht – aber kaum, wie man damit umgehen oder sich daraus befreien kann. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht: vielleicht ein Nachwort, ein Hinweis, eine Perspektive auf Heilung oder Aufarbeitung.

Fazit

Da war doch nichts ist ein intensiver, ungewöhnlicher Roman über ein wichtiges, oft verdrängtes Thema.
Sprachlich anspruchsvoll, strukturell mutig, inhaltlich bedrückend – aber leider ohne echte Auseinandersetzung mit dem „Danach“.

Ein Buch, das nachhallt – aber mich persönlich nicht ganz abholen konnte.

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