Wissenschaft trifft Wirrwarr: Warum mich Smarter Breitwegerich eher ermüdet als erleuchtet hat

(Werbung) Ich mag Bücher, die sich etwas trauen. Wenn jemand Wissenschaft, Philosophie, Humor und Naturthemen in einem Roman vereinen möchte, bin ich sofort neugierig. So auch bei Smarter Breitwegerich von Will Hofmann – ein Buch mit einer durchaus ambitionierten Grundidee. Doch zwischen all den Ansätzen blieb für mich vor allem eines auf der Strecke: der Lesespaß.

Das Buch

Will Hofmann
Smarter Breitwegerich – Die Ökoapokalypse

Erscheinungsdatum: 10.06.2025
ISBN: 9783942606363
Wiebers Verlag

Das Buchcover von Smarter Breitwegerich – Die Öko-Apokalypse zeigt eine botanische Illustration des Breitwegerichs mit Wurzeln, Blättern, Blütenständen und Samen. Der Stil erinnert an historische Pflanzenzeichnungen, kombiniert mit moderner, schwarzer Titeltypografie von Will Hofmann.
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Worum geht’s in Smarter Breitwegerich?

Im Zentrum steht – ja, wirklich – der Breitwegerich, eine unscheinbare Pflanze, die in diesem Roman zur Projektionsfläche für eine größere, gesellschaftskritische Botschaft wird. Die Geschichte will aufwecken, informieren und gleichzeitig unterhalten. Es geht um Umweltbewusstsein, um menschliche Dummheit, um die Verbindung zur Natur – und das alles mit einer Prise philosophischer Betrachtung.

Gute Idee, schwieriger Einstieg

Die Idee, wissenschaftliche und gesellschaftskritische Themen literarisch zu verarbeiten, finde ich mutig und grundsätzlich lobenswert. Auch die Idee, Wissen über den Breitwegerich quasi „nebenbei“ zu vermitteln, ist reizvoll – immerhin ist das ein Thema, das sonst eher ein Nischendasein fristet.

Leider ist die Umsetzung für meinen Geschmack ziemlich gescheitert. Die Handlung wirkt verworren, die Struktur chaotisch. Schon der Einstieg fiel mir schwer – ich hatte Mühe, überhaupt reinzukommen, was vor allem am Schreibstil lag: langatmig, sprunghaft, teilweise schwer verständlich. Anstatt mich mitzunehmen, hat mich der Text oft eher verwirrt oder schlicht gelangweilt.

Zu viele Infos, zu wenig Story

Besonders problematisch fand ich die zahlreichen Infotexte, die mitten in die Handlung geklebt wurden. Klar, ich mag es, wenn ich in Büchern etwas lernen kann – aber hier wirkten die Einschübe eher wie aus einem Sachbuch entnommen, dann auf mehrere Seiten gestreckt und ohne echten Bezug zur erzählten Geschichte. Die Balance zwischen Roman und Wissensvermittlung fehlt leider völlig.

Charaktere ohne Tiefe

Auch die Figuren konnten mich nicht abholen. Sie bleiben blass, austauschbar, wenig greifbar – es fiel mir schwer, eine emotionale Verbindung zu ihnen aufzubauen oder überhaupt ein Interesse an ihrem Weg zu entwickeln. Alles wirkte mehr wie eine große Collage aus Ideen, als hätte man einfach alles zusammengetragen, was zum Thema Breitwegerich irgendwie passt – egal, ob es zusammenpasst oder nicht.

Fehler, die den Lesefluss stören

Dazu kamen leider auch noch etliche kleinere Fehler im Text – Rechtschreibung, Grammatik, Formulierungen, die holpern. Das reißt zusätzlich raus und verstärkt den Eindruck, dass es diesem Buch an Feinschliff fehlt.

Fazit

Ich erkenne die gute Absicht hinter Smarter Breitwegerich – und ich bin sicher, dass viel Arbeit, Herzblut und Überzeugung darin steckt. Aber für meinen Lesegeschmack ist das Ergebnis leider nichts. Zu wirr, zu anstrengend, zu wenig fesselnd. Wer sich für Naturphilosophie interessiert und einen langen Atem mitbringt, mag hier vielleicht etwas entdecken. Ich leider nicht.

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