Wenn ungewöhnliche Tiere endlich fair vorgestellt werden

(Werbung) Endlich mal ein Buch, das ungewöhnliche Tiere nicht automatisch als Monster abstempelt.
Allein dafür hatte es mich schon auf den ersten Seiten. Und trotzdem bin ich am Ende mit gemischten Gefühlen aus der Lektüre gegangen.

Sachbücher für Kinder stehen oft vor einer schwierigen Aufgabe: Sie sollen Wissen vermitteln, neugierig machen und dabei verständlich bleiben. Stacheln, Schleim & spitze Zähne! schafft vieles davon – stolpert aber an ein paar entscheidenden Stellen.

Das Buch

Laura Tschorn
Stacheln, Schleim & spitze Zähne! Mein Bestiarium der außergewöhnlichen Tiere

Erscheinungsdatum: 04.02.2026
ISBN: 9783833750700
Jumbo

Cover des Kinderbuchs „Stacheln, Schleim & spitze Zähne!“ von Laura Tschorn. Bunt illustrierte außergewöhnliche Tiere wie Schlange, Salamander, Krake und weitere Fantasiewesen in einer dschungelartigen Wasserlandschaft.
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Worum geht’s im Buch?

Stacheln, Schleim & spitze Zähne! Mein Bestiarium der außergewöhnlichen Tiere stellt Tiere vor, die selten als niedlich oder schön gelten. Statt sie zu Gruselwesen zu erklären, rückt das Buch ihre Besonderheiten, Fähigkeiten und Lebensräume in den Fokus.

Meist bekommt jedes Tier eine Doppelseite, auf der Verbreitung, Aussehen und besondere Eigenschaften erklärt werden. Der Schreibstil ist locker, direkt und klar auf junge Lesende ausgerichtet.

Meine Meinung

Besonders gut gefällt mir der Grundgedanke: Ungewöhnliche Tiere werden nicht verteufelt. Das ist wichtig – und längst nicht selbstverständlich. Gleichzeitig hätte ich mir beim Wording manchmal mehr Feingefühl gewünscht. Formulierungen wie „gewinnt keinen Schönheitswettbewerb“ sind zwar locker gemeint, reproduzieren aber genau die Wertungen, die das Buch eigentlich aufbrechen will.

Der Text ist insgesamt gut lesbar, neugierig machend und altersgerecht. Ich habe selbst noch Neues gelernt – das spricht klar für das Buch.
Was mich allerdings stutzig gemacht hat: Die Autorin erwähnt, dass sie an einer Designschule war. Warum sie ausgerechnet über diese Tiere schreibt, welche fachliche Grundlage oder Expertise sie mitbringt, bleibt offen. Quellenangaben fehlen komplett, was ich für ein Sachbuch – gerade für Kinder – problematisch finde.

Die Illustrationen sind ohne Frage ein Highlight: farbenfroh, detailreich, kreativ. Aber genau hier liegt für mich auch ein Knackpunkt. Die Tiere werden häufig vermenschlicht dargestellt – mit Messer und Gabel, mit Pinsel, Cocktailschlürfend. Ich mag die Illustrationen an sich sehr, doch für ein Sachbuch schweifen sie mir stellenweise zu weit vom Thema ab und verwischen die Grenze zwischen Information und Fantasie.

Fazit

Stacheln, Schleim & spitze Zähne! ist ein spannendes, gut gemachtes Buch, das ungewöhnliche Tiere sichtbar macht und neugierig auf Biodiversität.
Gleichzeitig fehlt mir die wissenschaftliche Einordnung: keine Quellen, keine Einordnung der Expertise, dafür viele stilistische Freiheiten.

Ein Buch, das Interesse weckt und Wissen vermittelt –
aber eines, das man mit einem kritischen Blick lesen sollte.

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