Stimmungsverkehr: Wie aus einer Absage mein E-Book-Kurzroman entstand

Manchmal nehmen Geschichten Wege, die man als Autorin absolut nicht auf dem Schirm hat. Mein neuer E-Book-Kurzroman Stimmungsverkehr ist das beste Beispiel dafür: Was heute als rasanter Trip durch nasskalte Straßen, KI-Chaos und mit purer analoger Sturheit auf dem E-Reader zu lesen ist, begann ursprünglich als ganz etwas anderes. Nämlich als Beitrag für einen österreichischen Kurzgeschichtenwettbewerb.

Die Entstehung der Idee: KI-Technik trifft auf Salzburger Taxifahrt

Die Vorgabe des damaligen Schreibwettbewerbs war eindeutig: Die Geschichte musste in Österreich spielen und sollte eine leicht erotische Note mitbringen. Da ich mich schon lange vor dem großen Hype intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt habe, war der erste Funke schnell gesprungen. Ich wollte ein Szenario schaffen, in dem moderne Technik extrem intim und gleichzeitig übergriffig wird.

So entstand die Idee für das verlassene High-Tech-Gadget im Fußraum eines Taxis: Ein pflaumenfarbener KI-Vibrator mit merkwürdigem Eigenleben, der plötzlich intimste Daten streamt. Aus dieser Mischung reiften meine Protagonistin Tamina und ihr geliebtes Taxi heran – eine alte Mercedes-Venus mit all ihren Macken und Pferdestärken. Für mich war von Sekunde eins an klar: Tamina und ihre Venus gehören unzertrennlich zusammen.

Doch wie das bei Wettbewerben manchmal so ist: Die Geschichte wurde nicht genommen. Salzburg diente mir eben eher als nasse Kulisse im Dauerregen anstatt als romantisches Postkartenmotiv. Aber die Story hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Ich fand das Szenario viel zu stark, um es ungelesen in der digitalen Schublade verstauben zu lassen.

Vom Arbeitstitel Kupplungsküsse zur echten Automatik-Logikfalle

In der ersten Fassung trug das Buchprojekt noch einen völlig anderen Arbeitstitel: Kupplungsküsse.

Dieser Name begleitete mich eine ganze Weile, bis mir mitten im Schreibprozess ein herrlicher Aussetzer klar wurde. Ich hatte mir für das Finale der Geschichte einen richtig dynamischen Schlüsselmoment ausgedacht. Tamina sollte den Ganghebel ihres Taxis mit Schwung auf „D“ für Drive stellen.

Erst Monate später saß ich vor dem Manuskript und dachte plötzlich: Warte mal… Wenn die Mercedes-Venus ein Automatikauto ist, wo bitte ist dann die Kupplung?! – Ich habe als Ausrede, dass ich kein Auto fahre! 😅

Gar keine! Ein Automatikgetriebe hat schlichtweg kein Kupplungspedal. Damit war der Arbeitstitel Kupplungsküsse auf einen Schlag völlig sinnfrei geworden. Eine neue, treffende Bezeichnung musste her, die das Thema digitale Überwachung, Stimmung und nächtlichen Straßenverkehr perfekt vereint: Stimmungsverkehr.

Warum sich das Lesen von Stimmungsverkehr lohnt

Nach der Absage beim Wettbewerb habe ich die Zügel komplett losgelassen. Ohne starre Vorgaben konnte ich die Welt rund um Tamina genau so ausbauen, wie sie es verdient hatte. Ich habe neue Charaktere wie Irina aus der Taxizentrale ergänzt, die technische Bedrohung durch die KI vertieft und mehr Raum für Taminas wunderbar analogen Starrsinn geschaffen.

Das Ergebnis ist ein knackiger, extrem unterhaltsamer Kurzroman für zwischendurch. Perfekt für alle, die Lust auf eine Mischung aus Humor, Cyber-Thrill und eine starke Protagonistin haben, die sich von übergriffiger High-Tech nicht an der Nase herumführen lässt.

Falls du jetzt neugierig geworden bist und Tamina bei ihrer turbulenten Schicht begleiten möchtest, kannst du dir die Geschichte direkt hier sichern:

Stimmungsverkehr Cover

Stimmungsverkehr

Roswitha Böhm | 2,99 € (E-Book)

Nass. Analog. Gefährlich. Eine Taxifahrt im Salzburger Dauerregen und ein vergessenes KI-Gadget.

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