(Werbung) Dystopische Settings, geheimnisvolle Firmen und ein Hauch von Rebellion – das klingt erstmal nach einer spannenden Mischung.
Catherine Egans The Factory – Es gibt kein Entkommen verspricht genau das: Nervenkitzel, Spannung und eine düstere Atmosphäre. Und auch wenn der Auftakt durchaus mitreißend ist, hat mich die Geschichte am Ende eher unzufrieden zurückgelassen. Woran das lag? Spoilerfrei gesagt: Es ist kompliziert.
Das Buch
Catherine Egan
The Factory – Es gibt kein Entkommen
Erscheinungsdatum: 26.01.2026
ISBN: 9783737375474
Fischer Sauerländer

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Eindrücke / Meinung
Worum geht es in „The Factory – Es gibt kein Entkommen“?
Die Geschichte startet mit einem recht angenehmen Erzählstil, der sich leicht lesen lässt. Die Protagonistin wird in eine mysteriöse Einrichtung gebracht – die „Factory“. Was dort genau passiert, bleibt lange Zeit diffus. Und das ist leider auch eines der Hauptprobleme: Die Factory selbst wird nur sehr vage beschrieben. Ich hatte beim Lesen echte Schwierigkeiten, mir den Ort vorzustellen – besonders von innen. Es fehlt an Details, die die Umgebung greifbar machen würden. Gerade in dystopischen Settings ist das für mich essenziell, um in die Geschichte wirklich eintauchen zu können.
Charaktere & Entwicklung: Licht und Schatten
Die Figuren sind größtenteils solide ausgearbeitet. Einige bleiben allerdings zu blass, obwohl gerade ihre Sichtweisen interessant gewesen wären. Positiv hervorheben möchte ich Asher, der im Verlauf der Geschichte spürbar wächst. Seine Entwicklung ist nachvollziehbar, wenn auch nicht immer besonders emotional mitreißend.
Was mich an mehreren Stellen gestört hat, war die Logik. Ein Beispiel: Die Szene mit der Kamera, auf die Ketchup und Mayo gespritzt werden, um sie zu blockieren. Klingt erstmal kreativ – aber ehrlich gesagt konnte ich mir das weder physikalisch noch praktisch wirklich vorstellen. Dass das nicht auffällt oder funktioniert, wirkt auf mich eher wie ein Trick, der in einem Kinderbuch vielleicht durchgeht, hier aber eher irritiert.
Spannung? Ja. Zufriedenheit? Leider nein.
Trotz kleiner Schwächen hätte ich das Buch vermutlich insgesamt als „okay“ empfunden – wenn da nicht das Ende wäre. Ich habe grundsätzlich nichts gegen offene Enden. Ganz im Gegenteil! Oft regen sie zum Nachdenken an oder lassen Raum für Fantasie. Doch hier fühlt es sich an wie ein harter Cut. Kein runder Abschluss, sondern eher ein erzwungener Cliffhanger, der darauf abzielt, dass man unbedingt den nächsten Teil lesen muss. Das finde ich schade. Ich hätte mir gewünscht, zumindest einen Handlungsstrang zu einem sinnvollen Ende gebracht zu sehen.
Fazit: Gute Ansätze, aber zu viele lose Enden
The Factory – Es gibt kein Entkommen hat definitiv Potenzial: Der Schreibstil ist angenehm, die Grundidee spannend, und es gibt Charakterentwicklung. Doch die fehlende bildliche Ausgestaltung, die fragwürdige Logik einiger Szenen und das abrupte Ende haben mir das Lesevergnügen getrübt. Wer auf dystopische Settings mit vielen Fragen steht – und bereit ist, direkt zum nächsten Band zu greifen – wird hier vielleicht trotzdem fündig.