(Werbung) Was passiert, wenn plötzlich der Strom weg ist? Nicht nur für ein paar Minuten, sondern richtig. Für lange. Kein Licht, kein Internet, keine Kaffeemaschine. Für viele Menschen wäre das der blanke Horror – und genau darum geht es in Tree Drop von Nik Herrigel. Der Roman entwirft ein Szenario, das näher an unserer Realität ist, als viele vielleicht glauben möchten. Dabei steht weniger der Thriller-Effekt im Vordergrund, sondern die Frage: Wie gehen wir eigentlich mit Abhängigkeit, Ausnahmesituationen und Stillstand um?
Das Buch
Nik Herrigel
Tree-Drop – Der aschgraue Baum
Erscheinungsdatum: 03.07.2025
ISBN: 9783769326505
BoD – Books on Demand

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Worum geht es in „Tree Drop“?
Ein landesweiter Stromausfall trifft auf eine Gesellschaft, die ohne Technik kaum noch funktioniert. Plötzlich geht nichts mehr: kein Handy, kein Kühlschrank, kein Heizen, kein Streaming. Statt Katastrophenstimmung à la Hollywood bekommen wir hier ein vielschichtiges Bild aus verschiedenen Perspektiven: Jede Figur reagiert anders auf die Situation – mal panisch, mal pragmatisch, mal nachdenklich. Der Roman bewegt sich irgendwo zwischen Dystopie, Gesellschaftskritik und philosophischer Reflexion, spielt aber stets in einem realistisch vorstellbaren Rahmen.
Eindrücke: Vielschichtig, aber stellenweise schwer zugänglich
Was mich persönlich an dem Buch sofort angesprochen hat, war der Bezug zur Realität. Ich selbst stamme aus einer Zeit, in der Stromausfälle keine Ausnahme waren. Wenn es geschneit hat oder der Wind mal kräftiger blies, war die Leitung weg – und wir haben eben Kerzen aufgestellt und Rollenspiele gespielt. Diese „alte“ Gelassenheit fehlt heute vielen. Genau deshalb fand ich es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Figuren in Tree Drop mit der Ausnahmesituation umgehen. Das ist glaubwürdig und bietet eine schöne Bandbreite an Reaktionen.
Stilistisch allerdings bin ich nicht ganz warm geworden. Der Autor wechselt oft ins Philosophische, hinterfragt Zusammenhänge, versucht tiefer zu greifen – was grundsätzlich nicht schlecht ist. Aber hier wirkt es manchmal fehl am Platz oder sogar erzwungen. Einige Passagen sind schwer verständlich und nehmen dem Text den natürlichen Fluss. Das bremst die eigentlich spannende Idee aus und macht das Buch an manchen Stellen unnötig sperrig.
Auch wenn die Geschichte durchaus interessante Gedanken anstößt, fehlt es ihr an wirklichem Spannungsaufbau. Tree Drop ist kein Pageturner, sondern eher ein Roman, der zur Reflexion einlädt – und dabei manchmal mehr will, als er tragen kann.
Fazit: Realistisches Szenario mit Tiefgang – aber nicht immer greifbar
Tree Drop zeigt auf kluge Weise, wie abhängig wir vom Strom geworden sind – und was passiert, wenn dieser plötzlich nicht mehr da ist. Die verschiedenen Sichtweisen sind glaubwürdig und regen zum Nachdenken an. Wer selbst noch Zeiten ohne Technik kennt, wird hier einiges wiedererkennen. Wer allerdings einen spannenden Roman mit Drive erwartet, könnte enttäuscht werden – denn der philosophische Stil passt nicht immer und erschwert mitunter den Zugang zur Geschichte.