(Werbung) Weihnachten – für die einen das Fest der Liebe, für die anderen Stress, Konsum und überzuckerter Kitsch. In „Weihnachten, ein Fest packt aus“ lässt Autor Gideon Böss das Fest selbst erzählen. Die Idee klingt erstmal originell: Weihnachten berichtet von seinem eigenen Siegeszug, seiner Bedeutung, seiner Konkurrenz zu Ostern & Co. – eine Mischung aus Gesellschaftskritik, Kulturgeschichte und Satire.
Das Buch
Gideon Böss
Weihnachten – ein Fest packt aus
Erscheinungsdatum: 26.08.2025
ISBN: 9783843615044
176 Seiten, Patmos Verlag

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Worum geht’s?
Weihnachten als Ich-Erzähler – das ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Buchs.
In einem lockeren, leicht überheblichen Ton erzählt das Fest, wie es zum wichtigsten Feiertag wurde, wie es sich gegen andere Feste behauptet hat und warum es glaubt, die Welt – ganz besonders die westliche – fest im Griff zu haben.
Es geht um religiöse Ursprünge, Traditionen, Kommerzialisierung, historische Entwicklungen und viele kleine Anekdoten am Rande. Das Ganze ist eine Mischung aus Sachbuch, Essay und Satire.
Meine Eindrücke: Zwischen netter Idee und schlaftrunkener Umsetzung
Klingt erstmal kreativ – aber leider hat mich die Umsetzung nicht überzeugt.
Die Grundidee, Weihnachten selbst erzählen zu lassen, hat Potenzial. Allerdings ist der Stil extrem selbstverliebt, was stellenweise witzig gemeint sein mag, aber auf mich einfach nur arrogant und unangenehm wirkte. Und ja, ich weiß, das ist vermutlich genau die Absicht – aber mich hat’s mehr genervt als unterhalten.
Auch inhaltlich: Für Menschen, die keine Ahnung vom Ursprung des Weihnachtsfestes haben, mag hier und da ein Aha-Moment dabei sein. Ich persönlich konnte aber nichts Neues mitnehmen – vieles war mir bereits bekannt, und die satirische Verpackung konnte das leider nicht auffangen.
Zwischendurch gab es durchaus ein paar humorvolle Passagen, aber insgesamt plätschert das Buch langatmig dahin. Der Ton schläfrig, die Haltung des „Fests“ fast schon ekelhaft selbstverliebt – was wahrscheinlich zur Message gehört, aber trotzdem keinen Spaß macht, wenn man auf ein unterhaltsames Leseerlebnis gehofft hat.
Fazit: Vielleicht für Hardcore-Weihnachtsfans – für mich nichts
Wer Weihnachten liebt, sich gern auf augenzwinkernde Weise mit seinem Lieblingsfest beschäftigt und über Arroganz lachen kann, findet hier vielleicht eine originelle Abwechslung zum klassischen Festtagskitsch.
Für mich war’s leider ein zäher Monolog, ohne neue Erkenntnisse, mit wenig Charme – und einem Erzähler, der sich selbst zu wichtig nimmt.