Wertschätzung am Arbeitsplatz: Warum ein einfacher Satz so viel bewirken kann

Ein persönlicher Moment von echter Menschlichkeit

Gestern hat mich die Migräne mal wieder komplett aus dem Alltag katapultiert. Wer das kennt, weiß: Da geht oft gar nichts mehr. Ich habe den Tag größtenteils zwischen Bett und Bad verbracht – alles andere war einfach nicht machbar.

Normalerweise versuche ich auch mit Migräne zu arbeiten. Mein Arbeitgeber und ich haben da eine faire Lösung gefunden: Ich gleiche die Stunden aus, anstatt mich für jeden Migränetag zur Ärztin schleppen zu müssen. Ein Deal, der für beide Seiten gut funktioniert – und mir das schlechte Gewissen nimmt, wenn ich mal ausfalle.

Aber gestern ging wirklich nichts mehr. Ich habe mich krankgemeldet.

Was dann heute passiert ist, hat mich tief berührt: Mein neuer Chef (noch keine drei Monate im Amt, übrigens Mitte 20) hat mir geschrieben und gefragt, wie es mir geht – und ob ich etwas brauche.

Ein einziger Satz. Und doch so viel mehr.
Solche Momente zeigen, wie viel echte Wertschätzung am Arbeitsplatz ausmachen kann.

Denn ganz ehrlich: Das hat noch nie jemand zuvor gemacht. Weder frühere Vorgesetzte noch Kolleg*innen, nicht mal in Unternehmen, die sich auf die Fahne schreiben, besonders „mitarbeiterorientiert“ zu sein.

Ich war ehrlich gerührt. Und vor allem: Ich habe mich gesehen gefühlt. Als Mensch. Nicht nur als Arbeitskraft.

Warum mich das so bewegt – und warum Wertschätzung am Arbeitsplatz so wichtig ist

In einer Zeit, in der viele Arbeitsverhältnisse von Effizienz, Kontrolle und Zahlen geprägt sind, fühlt sich so eine kleine Geste riesengroß an.

Ein junger Chef, der vielleicht (noch) nicht so betriebsblind ist wie manch andere, hat offenbar verstanden, dass gute Arbeitsleistung mehr ist als nur das Abarbeiten von Aufgaben.
Dass Wertschätzung am Arbeitsplatz kein Extra ist, sondern eine Grundlage.
Dass hinter jeder Mail, jedem Projekt, jeder Krankmeldung ein Mensch steht.

Ich glaube, das ist der Unterschied zwischen Führung und echter Führungskompetenz:
Nicht nur „managen“, sondern wahrnehmen. Fragen. Da sein.

Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen – Migräne, Hauterkrankungen (hallo Neurodermitis 😅) oder mentalen Belastungen – kennen dieses Gefühl, sich ständig rechtfertigen zu müssen. Da ist es fast schon revolutionär, wenn ein Arbeitgeber einfach sagt:
„Wie geht es dir – und brauchst du etwas?“

Achtsamkeit im Arbeitsalltag: Mehr als nur ein Buzzword

Natürlich ist Wertschätzung kein Allheilmittel. Sie macht Migräne nicht weg, ersetzt keine Medizin, keine Therapien. Aber sie wirkt – emotional. Und genau das darf man nicht unterschätzen.

Ich hatte und habe Menschen um mich, die für mich da waren und sind:
Ron, der mich massiert und betüddelt hat ❤️
Meine Schwiegermama, die mir mit Cola ausgeholfen hat 🥤
Und heute eben dieser eine Satz meines Chefs, der mir gezeigt hat:
Ich darf auch mal schwach sein. Und ich werde trotzdem nicht als „weniger wert“ gesehen.

Wertschätzung am Arbeitsplatz wirkt – auch im Kleinen

Ich teile diese Erfahrung nicht, um zu sagen: „Schaut, wie toll mein Chef ist!“ (auch wenn ich es insgeheim tue 😉).
Ich teile sie, weil ich zeigen möchte:
Es geht anders. Es geht menschlich. Es geht wertschätzend.

Vielleicht liest das ja jemand, der selbst Führungskraft ist – oder es mal werden will – und nimmt sich genau das mit:
Ein ehrliches Nachfragen kann mehr bewirken als jedes Lob im Jahresgespräch.

Und für alle anderen: Vielleicht habt ihr ja auch schon mal so einen Moment erlebt? Oder ihr wünscht ihn euch?
Schreibt mir gerne. Ich bin gespannt auf eure Gedanken 💌

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