Ein Mann, ein Rad – und leider kein literarischer Höhenflug

(Werbung) Es heißt ja immer: Die ersten 30 Seiten entscheiden, ob ein Buch einen mitnimmt.
Bei „Willy, der Großglockner-König“ von Andreas Trautwein hat es bei mir leider nicht gezündet. Und das trotz Alpenpanorama, sportlichem Ehrgeiz und der großen Frage: „Was mache ich mit meinem Leben, wenn ich mitten drin stecke?“

Das Buch

Andreas Trautwein
Willy der Großglockner-König

Erscheinungsdatum: 01.04.2022
ISBN: 9783942641937
Edition Blaes

Buchcover von „Willy – der Großglockner-König“: Eine stilisierte männliche Figur in Radbekleidung steht neben einem Fahrrad und wirft den Schatten eines Königs mit Krone vor blau-rotem Hintergrund.
Ein Roman über Selbstüberschätzung, große Pläne und die Frage, ob man sich wirklich auf dem Rennrad neu erfinden kann – humorvoll und ein bisschen schräg. Wenn du nach inspirierenden, sportlichen oder humorvollen Romanen suchst, findest du bei buch7 viele ähnliche Titel – und unterstützt mit jedem Kauf soziale Projekte, ganz ohne Aufpreis. 📚 HIER STÖBERN

Worum geht’s?

Im Mittelpunkt steht Willy, ein Mann in den besten Jahren, der ganz offensichtlich an einer Midlifecrisis leidet – auch wenn das Wort selbst nie fällt. Statt sich jedoch eine Harley zu kaufen oder Aussteigerpläne zu schmieden, schwingt er sich aufs Rennrad. Und zwar nicht irgendwie: Er will das Großglockner-Rennen gewinnen.
Nicht mit ein bisschen Feierabendstrampeln, sondern mit voller Hingabe. Er trainiert, strampelt, philosophiert über seinen Körper, seine Grenzen und den Sinn des Ganzen.

Die Erzählung begleitet ihn auf diesem Selbstfindungstrip – körperlich und seelisch.

Meine Eindrücke: Strampelnd zur Selbstdarstellung

Ich sag’s, wie’s ist: Ich kam mit Willy einfach nicht klar.
Er bleibt mir fremd, wirkt selbstbezogen, leicht abgehoben – und irgendwie auch so, als wäre er vor allem von sich selbst sehr überzeugt.

Der Schreibstil ist locker und leicht – was grundsätzlich okay sein kann. Aber mir fehlte hier jegliche Tiefe. Es wirkte stellenweise wie ein Tagebuch oder eine selbstverliebte Biografie, die zufällig in Buchform gegossen wurde.
Es ist sicher nett gemeint, vielleicht auch motivierend für Menschen, die selbst mit dem Gedanken spielen, sportlich etwas zu reißen – aber für mich persönlich war es weder spannend noch emotional greifbar.

Die Handlung plätschert dahin, ohne Überraschung, ohne echten Konflikt. Man folgt Willy beim Trainieren, bekommt seine Gedanken mit – aber ich wurde nicht abgeholt. Ich konnte ihn nicht fühlen. Und leider konnte er sich auch nicht in mein Herz „radeln“.

Fazit: Vielleicht okay für den Urlaub – aber nichts für Lesende mit Anspruch

„Willy, der Großglockner-König“ ist kein schlechtes Buch – aber für mich einfach keins mit Substanz. Wer nach einer leicht verdaulichen Geschichte mit Alpenkulisse und Rennrad-Romantik sucht, mag hier unterhalten werden.
Wer aber mehr Tiefe, Spannung oder echte Charakterentwicklung sucht, wird enttäuscht sein.

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