(Werbung) Dieses Buch fühlt sich an wie ein Mischpult für mein Leben.
Dreh hier ein bisschen, zieh dort einen Regler hoch, nimm den Bass raus – und plötzlich klingt alles anders. Zumindest in der Theorie.
Schon der Einstieg („Sound“) hat mich abgeholt. Die Autorinnen und Autoren zeigen, woher sie kommen, warum sie dieses Buch geschrieben haben und welche Erfahrungen sie geprägt haben. Das macht das Ganze greifbar. Keine distanzierte Management-Theorie, sondern ein Konzept mit Geschichte. Und ja – ich hatte Lust weiterzulesen.
Das Buch
Carsten Meier & Gregor Kalhthaler & Nina Meier-Hahasvili
Work Life Remix- Finde die Arbeitsweise, die zu deinem Leben passt
Erscheinungsdatum: 26.02.2026
ISBN: 9783867748513
Murmann Publishers

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Worum geht’s?
Im Kern geht es um einen sogenannten „Work-Life-Remix“. Arbeit und Leben sollen nicht länger Gegensätze sein, sondern wie einzelne Spuren auf einem Mischpult bewusst ausbalanciert werden.
Das Buch arbeitet sich von persönlicher Reflexion („Break“) über Team-Modelle („Jamsession“) bis hin zu organisationalen Ansätzen („Festival“) vor. Später folgt mit dem „Synthesizer“ eine strukturierte Selbstanalyse – inklusive Input-Suchradar, Bedürfnis-Landkarte und konkreten Impulsen.
Es gibt keinen Masterplan. Stattdessen verschiedene Modelle, die je nach Kontext angepasst werden sollen.
Meine Meinung
Das Buch ist klug. Wirklich klug.
Der Abschnitt „Break“ war dicht, teilweise theoretisch – aber extrem zeitnah. Corona, Homeoffice, KI, neue Arbeitsrealitäten. Ich habe mich mehrfach wiedergefunden. Besonders das Spannungsfeld zwischen Freiheit und subtiler Dauerverfügbarkeit wurde sehr treffend beschrieben.
Beim „Mischpult“ gefiel mir die Grundidee – Arbeit und Leben als Zusammenspiel. Die Tabellen waren hilfreich, die Metaphern stellenweise allerdings etwas überdehnt. Nicht jede Erkenntnis wird stärker, nur weil sie musikalisch verpackt ist.
Der „Remix“-Teil war für mich weniger Inspiration als Spiegel. Ich habe tatsächlich mit Stift und Papier gearbeitet. Das Modell funktioniert – aber nur, wenn man echten Gestaltungsspielraum hat. Und genau da bleibe ich skeptisch. Nicht alles ist remixbar. Viele Strukturen sind nun einmal vorgegeben.
Die „Jamsession“ fand ich stark: Zusammenarbeit als bewusster Aushandlungsprozess. Regeln erarbeiten ist leicht – sie im Alltag leben, ist die eigentliche Herausforderung.
Im „Festival“-Kapitel wird klar gesagt: Es gibt keine universelle Lösung für Organisationen. Das halte ich für realistisch und ehrlich. Flexibilität braucht Fairness – sonst kippt sie schnell in Neid und Spannungen.
Mein Highlight war das Input-Suchradar im „Synthesizer“. Zehn präzise Fragen, die wirklich zum Nachdenken bringen. Kein Schnickschnack. Das mochte ich sehr. Allerdings fehlt mir eine durchgängige Systematik über alle Kapitel hinweg.
Fazit
Ein durchdachtes, modernes Buch mit starken Reflexionsimpulsen.
Es inspiriert, sortiert und fordert heraus.
Aber: Es setzt relativ viel Gestaltungsmacht voraus. Wer stark fremdbestimmt arbeitet, wird selektiv vorgehen müssen.
Für mich kein „Jetzt ändere ich alles“-Buch.
Aber definitiv ein „Jetzt sehe ich klarer“-Buch.