Der Dezember ist für mich kein Monat.
Er ist ein Zustand.
Nicht so glamourös, wie es die Weihnachtsfilme jedes Jahr versprechen (looking at you, Netflix-Schnulzen mit Schneeflockengarantie ❄️).
Und auch nicht so wohlig-besinnlich, wie Geschenkpapier, Zimtduft und Influencer-Feeds es gern hätten.
Bei mir ist der Dezember eher wie ein innerer Flur.
So ein langer Gang, in dem Türen nur halb offen stehen. Licht kommt durch, aber nicht genug, um alles klar zu sehen. Überall hängen Ideenfetzen herum wie vergessene Klebezettel, und irgendwo dazwischen flüstert die Frage:
„Was will ich mitnehmen – und was darf bleiben?“
Und genau in diesem Zwischenflur verbringe ich jedes Jahr ein paar ganz schön intensive Wochen.
Nicht hektisch. Nicht perfekt.
Aber ehrlich. Echt. Und ein bisschen schräg – wie ich eben. 😄
Wenn der Kopf seine eigene Jahreszeit hat
Ich weiß nicht, wie’s dir geht, aber mein Gehirn schaltet im Dezember in einen ganz besonderen Modus:
– etwas langsamer
– dafür deutlich tiefer
– manchmal wirr wie ein Wollknäuel nach Katzenparty
– aber überraschend ehrlich
Es ist, als würde mein Kopf sagen:
„So. Jetzt sortieren wir mal. Auch die Dinge, die du das ganze Jahr über schön unter den Teppich geschoben hast.“ 🙃
Und während draußen Leute Einkaufslisten schreiben und Geschenkpapier stapeln, schreibe ich im Kopf (und manchmal auch auf Servietten) eine ganz andere Liste:
– Ideen, die ich den Sommer über ignoriert hab
– Projekte, die plötzlich wieder leuchten wie Lichterketten
– Gefühle, die sagen: „Hallo? Ich warte hier seit Juli!“
– Ballast, der sich ganz still von allein auflöst
– kleine Impulse, die sich anfühlen wie ein zaghaftes „Klopf, klopf… bin ich wichtig?“
Dezember macht meinen Kopf nicht leer.
Dezember macht ihn wahr.
Zwischen Chaos und Klarheit – mein Alltag im Zwischenmodus
Ganz ehrlich?
Mein Dezember läuft selten so, wie ich ihn in meinem Planer hübsch aufgeschrieben hab. 😅
Stattdessen gibt’s:
– Minou, die sich pünktlich auf meine Notizen setzt und damit offiziell entscheidet: „Das Thema ist jetzt durch.“
– Aronia, die mit Anlauf in meinen Gedankengang rempelt wie ein flauschiger D-Zug ohne Fahrplan 🐱💨
– Ideenstapel, die sich vermehren wie Gremlins nach Mitternacht
– bunte Post-its, die mich passiv-aggressiv anstarren, weil ich sie seit Tagen ignoriere
– und mich selbst irgendwo dazwischen – mit Tee, dicker Socke auf dem Neurodermitis-Fuß und dem Versuch, irgendeine Art von Ordnung in ein kreatives Gewusel zu bringen, das vielleicht gar keine Ordnung braucht
Und genau das ist vielleicht das Geheimnis dieser Zwischenzeit:
Sie will nicht geordnet werden.
Sie will gefühlt werden.
Was der Dezember mit mir macht (und was ich daraus lerne)
Im Dezember spüre ich am deutlichsten, was wirklich zu mir gehört.
Nicht in der „Neues Jahr, neues Ich“-Version.
Sondern in der ehrlichen, ungeschönten, manchmal unbequemen Version.
Der Dezember zeigt mir:
– welche Träume ich nicht loslasse – egal, wie oft ich’s versuche
– welche Ideen immer wieder anklopfen
– welchen Ballast ich unnötig mit mir rumschleppe
– wer (oder was) mir gut tut – und wer nicht
– welches Tempo mir wirklich guttut (Spoiler: nicht das vom Weihnachtsmarkt 🎠)
Es ist kein bewusst geplanter Reset.
Es passiert einfach.
Aber es ist da.
Und es ist wertvoll.
Die Schönheit des Unfertigen
Ich mag den Dezember, weil er mich zwingt, Dinge unfertig stehenzulassen.
Nicht alles klären.
Nicht alles abschließen.
Nicht alles verstehen.
Sondern einfach mal:
– stehen bleiben
– atmen
– denken
– spüren
Der Dezember ist der Moment, bevor die Tür aufgeht.
Die leise Sekunde davor.
Die Frage:
„Welchen Fuß setze ich zuerst nach draußen?“
Und ich liebe diesen Moment.
Weil er mir zeigt, dass nichts perfekt sein muss, um bedeutungsvoll zu sein.
Im Gegenteil:
Gerade das Unfertige hat oft die meiste Seele.
Und du?
Wie fühlt sich dein Dezember an?
💭 „Ich brauche drei Decken und ein Nickerchen.“
💭 „Mein Hirn ist eine glitzernde Chaoslandschaft voller Ideen.“
💭 „Ich funktioniere einfach. Fragen später.“
💭 Oder was ganz anderes?
Erzähl’s mir gern.
Ich liebe es, diese Zwischenwelten anderer Menschen kennenzulernen.
Sie zeigen mir, wie viele Arten es gibt, den Dezember zu fühlen.
Und falls du gerade selbst durch deinen mentalen Flur voller halb offener Türen wanderst:
Ich wünsch dir Licht.
Und Mut.
Und ein kleines bisschen Rosi fürs Herz. 💛✨